Brancheninfo aktuell 08-01/20189

Brancheninfo aktuell 08-01/20189

150 150 Klaus Henning Glitza

DSD-Deal: Entscheidung noch vor dem Sommer? / Hoffenheims Prezero-Stadion / Glimpflicher Unfall

 

Im Hause REMONDIS geht man nach EM-Informationen fest davon aus, dass die Freigabe der Übernahme des Dualen Systems Deutschland (DSD) durch das Bundeskartellamt noch vor dem Sommer dieses Jahres erfolgen wird.

Zwar liegen der deutschen Wettbewerbsbehörde einige kritische Stellungnahmen von anderen Marktteilnehmern vor, die nach der „Elefantenhochzeit“ eine weitere Wettbewerbseinschränkung befürchten, gleichzeitig sollen sich bei REMONDIS aber auch „Ergebenheitsadressen“ stapeln. Darunter sind „Gratulationen“ und Grußbotschaften von Mitbewerbern zu verstehen, die sich auf diesem Wege als künftige Entsorgungspartner des mit Abstand größten deutschen Rücknahmesystems empfehlen wollen.

Wie ein mittelständischer Unternehmer gegenüber EM verdeutlichte, rechnen breite Branchenkreise nicht damit, dass das Bundeskartellamt wirklich einschneidenden Auflagen bezüglich der Megafusion verfügen wird. Dazu sei die Transaktion, unter anderem durch Sondierungsgespräche in der Wettbewerbsbehörde, zu gut vorbereitet worden.  Unter anderem sei ein Kartellrechtsexperte involviert gewesen, dessen Tagesgage das Monatsnettoeinkommen von REMONDIS-Müllwerkern übersteigen soll.  Außerdem gebe es angeblich Rückenwind aus Berlin.

Trotzdem habe er eine kritische Stellungnahme nach Bonn, den Sitz des Bundeskartellamtes geschickt- und nach seinen Worten bereits „dezente Hinweise“ erhalten.

khg

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 „Ob es hilft, gegen Bayern zero, also null, Gegentore zu bekommen?“, lautet der provokante Kommentar der BILD-Zeitung zur bevorstehenden Umbenennung des Stadions der TSG 1899 Hoffenheim in Prezero-Arena.

Bislang hieß die 30.150 Plätze bietende Spielstätte WIRSOL Rhein-Neckar-Stadion.  Der bisherige Namenssponsor, der in Insolvenz geratene Photovoltaik-Hersteller WIRSOL Soalr AG in  Waghäusel wird somit durch das neueste duale System Prezero dual abgelöst, das bekanntermaßen zum Imperium der Schwarz-Gruppe (Lidl. Kaufland) gehört und mit der Übernahme der Tönsmeier-Gruppe national und international Schlagzeilen machte. WIRSOL war mit dem SAP-Mitbegründer und TSG-Mäzen Dietmar Hopp (“Gesellschafter im Hintergrund”) eng verbunden.

Noch mit dem alten Schriftzug: das imposante Stadion der TSG Hoffenheim in Sinsheim. Fotoquelle; Wikipedia; CC BY-SA 3.0, eigenes Werk der TSG Hoffenheim, erstellt im Mai 2010.

Nach EM-Informationen läuft auf der Webseite der PreZero dual bereits der Countdown. Unter der spannungsreichen Zeilen „Psst… Seien Sie gespannt, bei uns wird sich einiges ändern“ wird ein unbenanntes Ereignis angezählt, derzeit sind es rund sieben Tage.  Wie EM erfuhr, gehört die Umbenennung des Hoffenheim-Stadion noch vor dem Start der  Rückrunde zu den großen Nachrichten, die am 18. Januar während einer Pressekonferenz verkündet werden soll. Es ist der Tag, an dem die TSG (Leitspruch: Ein Team. Ein Weg. Einmalig“) gegen den FC  Bayern München antreten muss.

Wie auch immer, der alte Name ist bereits entfernt. Wo bisher WIRSOL Rhein-Neckar Stadion stand, sind jetzt nur noch Relikte zu erkennen. Trotz der Offensichtlichkeit der künftigen Umbenennung hüllen sich die Schwarz-Gruppe und TSV Hoffenheim gegenüber den Medien in beredtes Schweigen. Anscheinend will man den Spannungseffekt aufrechterhalten, obwohl dieser durch durchgesickerte Informationen bereits teilweise verpufft ist.

Die Schwarz-Gruppe ist bei den Hoffenheimern alles andere als unbekannt. Das Firmenimperium ist bereits seit längerem Premium-Partner der TSG, deren Stadion übrigens nicht in Hoffenheim, sondern im nahen Sinsheim liegt. Werbemäßig ist der Mutterkonzern von Lidl und Kaufland allerdings bisher vor allem durch Reklame für ein Sprudelwasser aufgefallen, das nicht unbedingt zu den Lieblingsgetränken von Fußfallfans gehören soll.

 Mit der Umbenennung wird sich der Werbeeffekt kräftig erhöhen. Die neuen Namenszüge werden von der nahen Autobahn gut erkennbar sein. Und dank der massenwirksamen Übertragungen der Begegnungen in Funk und Fernsehen wird der geänderte Stadionname bald in aller Munde sein.

 Weniger charmant kommentiert BILD den großen Namenswechsel.  Der Bundesligist spiele demnächst in der Abfall-Arena“ schreibt Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung.

khg

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Glimpflich abgelaufen ist am vergangenen Mittwoch ein Zusammenstoß eines Müllfahrzeuges mit einem Pkw in Weißwasser (Oberlausitz, Sachsen).

Der Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben, als der Müllwagen beim Anfahren gegen das gerade vorbeifahrende Auto eines 79-Jährigen stieß. Es entstand ein Sachschaden von etwa 1.300 Euro, verletzt wurde niemand.

bem

 

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