Brancheninfo aktuell 06-06/2020

Brancheninfo aktuell 06-06/2020

Brancheninfo aktuell 06-06/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Müll aus grünen und gelben Tonnen: Alles landete in einem Abfallentsorgungsfahrzeug

 

An Mythen, also real wirkenden, aber alles andere als wahren Geschichten, ist unsere Zeit keineswegs arm.  Eine dieser Mythen ist, dass der von den Bürgern sorgsam getrennte Müll bei der Entsorgung wieder zusammengekippt wird und letzten Endes in den Verbrennungsöfen landet. Dieser Mythos ist in dieser Pauschalität blanker Unsinn, aber betrüblicherweise gibt immer wieder Ereignisse, die solche Fake-„Wahrheiten” beflügeln. So jüngst geschehen im Düsseldorfer Stadtteil Urdenbach.

BILD berichtet von den Wahrnehmungen der Düsseldorferin Annett M.. Die Frau glaubte nach BILD-Angaben ihren Augen nicht zu trauen, als Müllwerker des örtlichen Entsorgers AWISTA sowohl gelbe als auch grüne Großbehälter zum Abfuhrfahrzeug rollen.  Wert- und Biomüll verschwinden unterschiedslos in der Schüttung.  Dabei weist die AWISTA in ihren Veröffentlichungen ausdrücklich darauf hin. dass Plastik, der Hauptinhalt der gelben Behälter, in Bioabfällen absolut nichts zu suchen hat- und umgekehrt. Der glasklare Hintergrund: Kunststoffe ver- oder behindern die Kompostierung, mit Gammelresten kontaminierte Verpackungsabfälle können nicht recycelt werden.  Annett M., eine Frau, die nach Eigenangaben ihre Abfälle stets sauber trennt, fühlt sich verschaukelt und filmt alles.  BILD griff den Vorfall unter der Überschrift „Schon mal was von Mülltrennung gehört, liebe Müllabfuhr?“ auf.

Das erinnert zumindest entfernt an einen Vorfall, der zwar schon viele Jahre zurückliegt, aber bei vielen Bürgern dennoch unvergessen ist.  Im Jahr 2008 schrieb die Rheinische Post über die Empörung einer Einwohnerin des Stadtteils Westen, als AWISTA-Mitarbeiter Restmüll „aus den grauen Tonnen einfach in eine gelbe“ umfüllten. Doch damals waren Videocams und Smartphones noch nicht so verbreitet wie heute. Der Vorfall blieb deshalb undokumentiert. “Ich glaube den Vorgang erst, wenn ich das auf einem Foto dokumentiert sehe”, sagte Pressesprecher Ralf Böhme damals.

Das war diesmal anders. Da gab es ihn, den Videobeweis. Ein Foto sagt mehr als tausend Worte und ein bewegtes Bild erst recht.  Laut BILD räumte eine AWISTA-Sprecherin sogleich den Vorfall ein und kündigte „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ für die betreffenden Müllwerker an. Ralf Böhme von der AWISTA-Unternehmenskommunikation bestätigt das gegenüber EM: „’Arbeitsrechtliche Konsequenzen‘ heißt in diesem Zusammenhang, dass wir die Herren zu einem ernsten Gespräch gebeten haben und dass sie es sicherlich nicht noch einmal tun werden. Da es sich um einen einmaligen Vorfall handelte, haben wir von einer fristlosen Kündigung abgesehen“, teilt er mit.

Gesellschafter der 1998 gegründeten AWISTA Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung mbH sind zu 51 Prozent die Stadtwerke Düsseldorf und zu 49 Prozent die REMONDIS Kommunale Dienste Rheinland GmbH.   Die Stadtwerke Düsseldorf wiederum gehören zum kleineren Teil (25,05 Prozent) der Holdinggesellschaft der Landeshauptstadt Düsseldorf,  während die restliche Anteile von der  EnBW Energie Baden-Württemberg AG  (54, 95) und der Stadtwerke-Köln-Tochter GEW Köln AG (20 Prozent) gehalten werden.

AWISTA bildet mit mehreren Partnerunternehmen, darunter auch REMONDIS Rhein-Wupper, einen Entsorgungsverbund.

khg

Hinterlasse eine Antwort