Brancheninfo aktuell 06-01/2022

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150 150 Klaus Henning Glitza

REMONDIS-Konzern will in Australien Standorte von SUEZ und VEOLIA übernehmen

 

Der Versuch von REMONDIS, sich am „neuen SUEZ“ zu beteiligen, ist bekanntermaßen gescheitert. Gelingt dem Konzern jetzt doch noch ein mit SUEZ zusammenhängender Deal- durch die australische Hintertür?

Wie EUWID berichtet, planen die Lünener die Übernahme von  SUEZ- und VEOLIA-Standorten in Adelaide, Perth und Sydney. Diese stehen zur Disposition, weil die australische Kartellbehörde im Kontext mit der Übernahme größerer SUEZ-Teile durch VEOLIA wettbewerbsrechtliche Bedenken wegen „schwindendem Wettbewerbs bei der Entsorgung von Gewerbe-, Industrie- und medizinischen Abfällen“ (EUWID) geltend gemacht hatte. . Um trotzdem  grünes Licht zu erhalten, wurde die Veräußerung der Niederlassungen zugesagt.

Ob die kartellbehördlichen  Bedenken dadurch ausgeräumt werden, dass die Standorte  einem  der führenden Entsorgungsunternehmen Australiens  übertragen werden, wagen Insider zu bezweifeln. Bislang unterhält REMONDIS Australia Pty Ltd Level 4  30 Standorte in Down Under.

Der Südkontinent Australien spielte schon einmal eine Rolle. Als der oberste REMONDIS-Chef Ludger Rethmann  an das „neue SUEZ“  die Beteiligungsofferte richtete und  dabei anbot, Teile seines Konzerns in das Firmenkonstrukt zu integrieren,  blieben die wertvollen  australischen Standorte des Lünener Konzerns nach Insiderangaben  außen vor. Darüber soll man in Paris wenig „amused“ gewesen sein.

Während die REMONDIANER bereits in Übernahmestimmung sind, ist im Grundsatz noch nix komplett  fix. Wie EUWID weiß, sind vor der Übernahme noch einige Bedingungen der australischen Kartellbehörde zu erfüllen. Damit wollen die Wettbewerbswächter verhindern, dass durch das Stutzen zweier wirklicher oder  bisheriger Giganten ein neuer Riese entsteht. Es ist folglich zu erwarten, dass sich REMONDIS von anderen Liegenschaften trennen oder Zugeständnisse anderer Art machen muss, damit es bei einer marktkonformen Gesamtgröße bleibt.

Zeitlich ist der mögliche Deal an den Abschluss der Fusionsverhandlungen VEOLIA-SUEZ gebunden. Dieser ist aber erst in den kommenden Monaten zu erwarten.

Branchenkenner sehen in dem australischen Deal den Versuch, im globalen Maßstab Wachstum zu generieren, das in Deutschland auch aus kartellrechtlichen Gründen an seine Grenzen stößt.

khg

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