Brancheninfo aktuell 06-02/2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Veolia: Steigende Umsätze? / Einmalige Anlage in Hamburg/ Emden:  Reparatur nicht möglich / BDE: Zwischenbilanz 

 

Wie ECOreporter berichtet, wurde bei einem Strategietag des französischen Wasser- und Recycling-Konzern Veolia am vergangenen Donnerstag ein positiver Ausblick gegeben.

Aufgrund zahlreicher Neuverträge und Vertragserneuerungen wird in den kommenden Jahren mit steigenden Umsätzen gerechnet.

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Eine in Deutschland bisher einmalige Anlage ist auf das besondere Interesse von rund 120 Abfallexperten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gestoßen, die auf einem Hamburger Abfallwirtschaftsgipfel gemeinsam mit der Stadtreinigung Hamburg (SRH) über die Zukunft der Abfallwirtschaft in Hamburg diskutierten.

Es handelt sich um das von der SRH geplante  (ZRE) am ehemaligen Standort der Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor in Bahrenfeld. Dort wird die SRH bis Ende 2023 eine in Kombination unterschiedlicher Abfallverwertungs- und Recyclinganlagen errichten, die auch eine zentrale Rolle bei der zukünftigen Versorgung von Hamburger Haushalten mit klimaneutral produzierter Fernwärme spielen soll. Grundprinzip ist: „Der Abfall von heute ist der Rohstoff von morgen“.

Wie die Hamburger Stadtreinigung mitteilt, soll das das künftige ZRE aus mehreren Teilanlagen bestehen. Dazu gehören

  • eine Sortieranlage für 140.000 Tonnen Hausmüll zur Trennung von organischen Bestandteilen und heizwerthaltigem Restmüll (Ersatzbrennstoff) sowie zur Abtrennung von recyclingfähigen Wertstoffen
  • eine Biogasanlage für die organische Hausmüllfraktion aus der Sortieranlage
  • eine Biogasanlage für die Vergärung von Bio- und Grünabfall
  • eine Anlage zur Aufbereitung von Biogas
  • eine Trocknungsanlage für die Aufbereitung von feuchter Biomasse aus der Hausmüllsortieranlage
  • ein Biomasseheizkraftwerk für holzige Abfälle und getrocknete Biomasse
  • ein Ersatzbrennstoff (EBS)-Kraftwerk
  • zwei baugleiche Abgasnachreinigungen für die beiden Heizkraftwerke
  • und Anlagen zur Energieerzeugung (Strom, Fernwärme)

Alle Anlagenteile zusammen erzeugen nach SRH-Angaben fast 60 Megawatt Wärme, bis zu 15 Megawatt Strom sowie etwa 10 Megawatt Biogas.

Die Gesamtkosten für die Errichtung des ZRE sind mit rund 325 Millionen Euro veranschlagt. Mit der Errichtung und dem Betrieb des ZRE ist keine Erhöhung der Hausmüllgebühren verbunden. Die SRH hat für die Ko-Finanzierung des insbesondere unter Umweltschutz- und Energieeffizienzgesichtspunkten anspruchsvollen Vorhabens öffentliche Fördermittel eingeworben.

Das Zentrum für Ressourcen und Energie sei ein ganz zentraler Baustein und ein Meilenstein beim Übergang von der Abfall- zur Ressourcenwirtschaft, erläuterte Umweltstaatsrat Michael Pollmann. Im ZRE sollen Restmüll und Bioabfall zur Erzeugung von Biogas genutzt werden. Mit dem Biogas, der getrockneten Biomasse und den Anlagen zur thermischen Verwertung von Altholz und Ersatzbrennstoff solle dann ZRE klimaneutrale Fernwärme und Strom erzeugt werden.

SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau verweist auf die umwelt- und energiepolitische Tragweite des ZRE, in welchem Entsorgungssicherheit und umweltfreundliche Energieerzeugung in einem Konzept vereint werden: „Abfall wird immer mehr zum Rohstoff und gewinnt durch eine intelligente Nutzung auch an Bedeutung als umweltfreundliche Energiequelle“.  Mit dem Zentrum für Ressourcen und Energie verschmölzen Biogaserzeugung und energetische Abfallverwertung symbiotisch in einer einzigartigen Anlage. So können wir Abfälle noch wesentlich besser nutzen als in konventionellen Biogas- und Müllverbrennungsanlagen und gleichzeitig schaffen wir die für Hamburg notwendige Entsorgungssicherheit.“, sagte er.

SR/rd.

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Die Hoffnung, das bei einem Unfall stark beschädigte Müllfahrzeug des Bau- und Entsorgungsbetriebes Emden (BEE) reparieren zu können, ist dahin. Gutachter stellten einen Totalschaden fest.

Wie von EM berichtet, war der Wagen auf einem schmalen Weg beim Versuch, einem entgegenkommenden Auto auszuweichen, in einen Wassergraben gerutscht und umgekippt. Dabei wurde einer der Beifahrer verletzt.

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Eine Zwischenbilanz zieht der Regionalverband Nord des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. zu dem Werben für eine verstärkte nachhaltige öffentliche Beschaffung.

Ein erstes Feedback aus Hamburg und Niedersachsen stimme positiv, erklärte der Vorsitzende des BDE-Regionalverbandes Nord, Lutz Siewek. Die politischen Entscheider seien sich der Marktmacht der öffentlichen Hand bewusst und sehen inzwischen immer mehr die Chancen, die mit dem so genannten Green Public Procurement verbunden seien. Doch: „Jetzt muss den Worten auch das Handeln folgen“, so Siewek

Namentlich lobte Siewek die Resonanz der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie wie auch des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung. Nachhaltige Beschaffung müsse in allen Verwaltungen Chefsache werden, forderte er. „Das Thema muss ressortübergreifend gedacht werden. Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema für die jeweiligen Umweltpolitiker“, sagte er.

Auch auf den „Verpackungsguide“, den die Hamburger Stadtreinigung auf dem Hamburger Abfallwirtschaftsgipfel vorstellte, nahm Siewek Bezug: „Das Motto des Verpackungsguides ‚Recycling fängt beim Einkauf an‘ gilt nicht nur für den Endverbraucher, sondern erst recht für Großverbraucher wie die Stadt Hamburg selbst“. hob der der Vorsitzende des BDE-Regionalverband Nord hervor. Sen Verband umfasst neben Hamburg und Niedersachsen auch Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Schon heute statuiert § 97 GWB zu den Grundsätzen der Vergabe, dass bei der Vergabe umweltbezogene Aspekte berücksichtigt werden. Auch § 45 KrWG (Pflichten der öffentlichen Hand) fordert unter anderem, dass die Behörden des Bundes bei der Beschaffung von Material und Gebrauchsgütern und Bauvorhaben zu prüfen haben, ob und in welchem Umfang Erzeugnisse eingesetzt werden können, die durch Vorbereitung zur Wiederverwendung oder durch Recycling aus Abfällen hergestellt worden sind. Ähnliche Regelungen finden sich auch in den jeweiligen Gesetzen der Bundesländer.

SCH/rd

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