Brancheninfo aktuell 05-10(2019

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150 150 Klaus Henning Glitza

Mülltrennung: Fehlen grundsätzliche Kenntnisse? / Kolping Recycling erhielt Qualitätssiegel des bvse

Für die richtige Mülltrennung in Deutschland fehlten den Verbrauchern immer noch Informationen und grundsätzliche Kenntnisse. Das ist nach Aussagen der Initiative geTon  die wichtigste Erkenntnis aus der noch laufenden Aktionstour quer durch Deutschland.

Ein Mangel an Know-how, der keinesfalls allein den Verbrauchern anzulasten ist.  Denn Informationen darüber, was in die Gelbe Tonne gehört und was nicht, wurden in den vergangenen 15 Jahren aus geTon-Sicht nicht ausreichend kommuniziert. Nicht zuletzt deshalb lehnten viele Verbraucher die Gelbe Tonne ab (“wird sowieso alles verbrannt”) oder befüllen sie falsch.

Tipps wie Verpackungen nicht ausspülen, nicht ineinander stapeln, die einzelnen Bestandteile wie Papier, Plastik und Alu auseinandernehmen, seinen noch längst nicht Allgemeingut geworden, stellte geTon bei der Aktionstour  fest. Alle seien sich zwar einig, dass es viel zu viele Verpackungen aus Plastik gibt, aber über die Wege, die Kunststofffluten einzudämmen, gibt es offensichtlich stellenweise noch Unkenntnis.  Viele wüssten zwar , dass es um Wertstoffe geht, die nicht verbrannt werden sollten, sondern durch Recycling in den Kreislauf gebracht werden können- aber bei der praktischen Umsetzung gibt es noch erhebliche Lücken.

Um die Informationsdefizite zu beseitigen, hat das Initiativ-Bündnis, zu dem die Unternehmen Alpla, Procter&Gamble, Remondis, ALBA, Der Grüne Punkt, Interseroh und die Schwarz-Gruppe mit PreZero, Lidl und Kaufland gehören, Anfang September eine großangelegte Aufklärungskampagne quer durch Deutschland gestartet. Zielsetzung ist es, die Verbraucher über eine Optimierung des Recycling-Systems Gelbe Tonne/Gelber Sack und die Wertstofftonne aufzuklären. Mit einem unterhaltsamen Infotainment-Programm, das zunächst vor ausgesuchten Filialen von Lidl und Kaufland aufgeführt wird, reagiert die Initiative geTon auf das neue Verpackungsgesetz, das deutlich höhere Entsorgungs- und Recyclingquoten für Verpackungen verlangt. Die Aktion erreicht ihren vorläufigen Schlusspunkt am 21. Oktober in Rostock.

“Mit Blick auf den Klimaschutz und die Ressourcenschonung formuliert das Gesetz den Anspruch, weniger Verpackungen herzustellen und sie besser recycelbar zu machen”, machte Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium NRW,  bei seinem Besuch der geTon-Aktion in Düsseldorf deutlich.  „Hersteller, Industrie und Handel haben also eine klare Aufgabe, aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher erfüllen mit der richtigen Mülltrennung eine wichtige Funktion für die Kreislaufwirtschaft.”

Denn nach geTon-Angaben wird  nur durch die Sammlung und Verwertung von Kunststoffverpackungen mit dem Gelben Sack und der Gelben Tonne durch die Dualen Systeme der CO2-Ausstoß um rund zwei Millionen Tonnen im Jahr reduziert.  “Nur wenn Wertstoffe konsequent sauber getrennt werden, können wir diese wiederverwerten und so im Kreislauf halten. Um möglichst viele Kunden zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren, unterstützen wir die Initiative geTon bei ihrer Infokampagne durch Deutschland”, betont Wolf Tiedemann, der als Geschäftsleiter Zentrale Dienste bei Lidl Deutschland für die Initiative geTon die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft unterstreicht.

Die Initiative geTon vereint Unternehmen aus allen Bereichen der Kreislaufwirtschaft: Hersteller von Verpackungen, Markenunternehmen, Handel, duale Systeme (und die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft. Nach Eigenangaben will geTon mit kontinuierlicher Aufklärung und aktuellen Informationen zur Gelben Tonne/zum Gelben das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in das Plastikrecycling stärken und damit einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Mehr zur Initiative geTon:  https://get-on.org/geton-on-tour-2/geton-on-tour/

nic/rd

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Die Kolping Recycling GmbH in Fulda hat das Qualitätssiegel Textilrecycling des Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgungen (bvse) erhalten. Damit wurde die konsequente Einhaltung der bvse-Leitlinien für das Textilrecycling gewürdigt.

Kriterien sind dabei insbesondere transparente Sammlung, nachvollziehbare Verwertungswege und der Schutz der Umwelt. Im Gegensatz zu dubiosen Unternehmen, für die illegal aufgestellte Container, unklare Verwertungswege und verwahrloste Sammelplätze typisch sind, arbeitet Kolping Recycling GmbH nach Eigenangaben ausschließlich mit genehmigten Standorten, die stets in sauberem Zustand gehalten werden. Die gesammelten Alttextilien werden in erster Linie auf Second-Hand-Tauglichkeit geprüft, nur was sich absolut nicht für den Wiedergebrauch eignet, wird hochwertig recycelt.

Das Qualitätssiegel des bvse wurde 2013 eingeführt.

nic/rd

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