Brancheninfo aktuell 05-08/2021

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150 150 Klaus Henning Glitza

Stadtreinigung Hamburg hat jetzt ein eigenes wissenschaftliches Institut

 

Das hätte ganz sicher so manches Stadtreinigungs- und Entsorgungsunternehmen gern: ein eigenes wissenschaftliches Institut.  In Hamburg ist es jetzt Wirklichkeit geworden.

Während der Landespressekonferenz im historischen Hamburger Rathaus: TH-Professorin Kuchta, SRH-Geschäftsführer Professor Siechau und Umweltsenator Kerstan. Foto: SRH:

Mit dem Institut für Nachhaltigkeit und Abfallkreislaufwirtschaft der Stadtreinigung  oder Hamburg Institute for Innovation, Climate Protection and Circular Economy (HiiCCE)  verfügt die Stadtreinigung Hamburg als erstes öffentliches Unternehmen der Freien und Hansestadt über ein eigenes Institut mit Hochschulanbindung. In der heutigen Landespressekonferenz stellten Umweltsenator Jens Kerstan, SRH-Geschäftsführer Prof. Dr. Rüdiger Siechau und die wissenschaftliche Leiterin Professor Dr. Kerstin Kuchta (Technische Universität Hamburg) das als GmbH geführte neue An-Institut vor.  Zuvor, am 23. Juni, hatte der  Akademische Senat der TU Hamburg  die  notwendige Anerkennung der Kooperative von SRH und TU Hamburgs beschlossen. Ein An-Institut ist laut Bundesministerium für Bildung und Forschung eine „rechtlich selbständige Einrichtungen an  Hochschulen, die zwar organisatorisch, personell und räumlich mit diesen verflochten sind, ohne jedoch einen integralen Bestandteil der jeweiligen Hochschule zu bilden“.

Die Hauptaufgabe der HiiCCE GmbH ist nach SRH-Angaben die Erarbeitung von kundenspezifischen Problemlösungen für die globale Herausforderungen des Klimaschutzes sowie der Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. Das neue Institut erarbeitet unter anderem Lösungen für die zukunftsorientierte, quartiersnahe Erfassung und Verwertung von Abfällen oder auch die Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. Gesellschaftsrechtlich ist das neue An-Institut eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SRH. Erzielte Gewinne dieser Gesellschaft sollen der Wissenschaft im Bereich ‚Abfall als Ressource‘ an der TU Hamburg zufließen“, so der Leiter der SRH-Unternehmenskommunikation, Kay Goetze.

Mit der besonderen Expertise von jahrzehntelanger wissenschaftlicher, planerischer und betrieblicher Erfahrung stelle das An-Institut sich den komplexen Herausforderungen mit dem Ziel ganzheitlicher Lösungen in wissenschaftlicher Kooperation mit der TU Hamburg, erläutert SRH-Sprecher Goetze. Unterstützt werde das An-Institut von einem hochkarätigen zehnköpfigen Beirat unter der Leitung von Karl Falkenberg (ehemaliger Generaldirektor der EU-Kommission). Gesellschaftsrechtlich ist das neue An-Institut eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der SRH. Erzielte Gewinne dieser Gesellschaft sollen der Wissenschaft im Bereich ‚Abfall als Ressource‘ an der TU Hamburg zufließen.

Die renommierten Mitglieder des Beirates brächten „ebenso vielfältige wie profunde Expertisen aus den Bereichen Klima- und Ressourcenschutz in die Institutsarbeit ein und tragen zukünftig maßgeblich dazu bei, dass die Kund*innen von nachhaltigen Lösungen auf neuestem Stand profitieren“, machte SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Rüdiger Siechau während der Landespressekonferenz deutlich. In dem neuen Institut, das  „für ein großes Leistungsspektrum und ein Höchstmaß an Gestaltungs- und Innovationsfähigkeit im Bereich der Umweltberatung – national wie international“ stehe, werden nach seinen Worten „ab sofort Kompetenzen und jahrzehntelange Erfahrungen aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Wissenschaft und Umweltberatung gebündelt“.

Er freue sich über diese Bündelung  langjährige, wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen aus Abfallwirtschaft und Wissenschaft“, betonte auch Umweltsenator Jens Kerstan. „Mit dem An-Institut gehen unsere Stadtreinigung Hamburg und die Technische Universität Hamburg einen zukunftsgewandten Weg, auf der Suche nach lokalen Lösungen für globale Herausforderungen“, sagte er. Um den in der Regel hochkomplexen Herausforderungen im Klimaschutz zu begegnen, sei das Institut ein guter Beitrag, den seine Behörde gern unterstütze.

 Auch die Vize-Präsidentin der TU Hamburg Prof. Dr. Kerstin Kuchta begrüßte den Zusammenschluss: „Das An-Institut  bietet optimale Vorrausetzungen für die wissenschaftliche Kooperation mit gesellschaftlichen Akteuren, den Technologie-Transfer und das Vorantreiben nachhaltiger Innovation auf nationaler und internationaler Ebene. Darüber hinaus erhalten unsere Studierende Einblicke in zukunftsgerichtete Praxis-Projekte. Das macht HiiCCE so besonders“, legte sie dar.

Ebenso gab Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank ihrer Freude darüber Ausdruck, „dass wir in Hamburg wieder einmal neue Wege gehen können und mit dieser spannenden Kooperation von Technischer Universität und der Stadtreinigung zwei unterschiedliche Welten zusammenbringen. Dies sei ein gelungenes Beispiel, wie die Expertise von unterschiedlichen Akteuren wie der Stadtreinigung Hamburg, der Joma GmbH und der Technischen Universität gebündelt ganz neue Chancen bietet: Auch dass die bereits seit vielen Jahren bestehende Zusammenarbeit der Stadtreinigung Hamburg mit dem Forschungsbereich „Abfall als Ressource“ des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft der TU Hamburg wird künftig noch weiter intensiviert wird, sei eine Win-Win-Situation. „Ich bin mir sicher, dass mit dem neuen Institut eine weitere Brücke zwischen Praxis und Wissenschaft geschlagen wird und die Kooperationspartnerinnen mit ihrem vielfältigen Leistungsspektrum und ihrer langjährigen Erfahrung gemeinsam einen wichtigen Beitrag im Bereich des zukunftsorientierten Klima- und Ressourcenschutzes für Hamburg und darüber hinaus leisten werden“, so Senatorin Fegebank.

Mit dem Institut wird nach SRH-Mitteilung  die  langjährige Zusammenarbeit der SRH mit dem Forschungsbereich „Abfall als Ressource“ der Technischen Universität Hamburg weiter in Forschung, Lehre und Technologietransfer gefestigt und intensiviert. Sehr bedeutsame Leuchtturmprojekte hätten bereits Wertschätzung, Ansehen und Respekt im Wissenschaftsbereich, in der Abfallressourcenwirtschaft und im politischen Sektor erfahren. Diese würden nun in der neuen institutionellen Kooperation fortgesetzt.

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