Brancheninfo aktuell 05-07/2019

Brancheninfo aktuell 05-07/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

SRH nominiert / Erftstadt: Nach Brand Betriebserweiterung / Österreich:  Müll fing Feuer / BDE begrüßt Investitionen der Branche

 

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist in der Kategorie „mittelgroße Unternehmen“ für den 12. Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert worden.

 Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zeichnet Unternehmen aus, die neue Wege mit innovativen Produkten und Dienstleistungen, hohen ökologischen Standards in der Produktion oder einer besonderen sozialen Verantwortung in der Wertschöpfungskette gehen. Forschungseinrichtungen.

In der Begründung für die Nominierung der Stadtreinigung Hamburg heißt es: „Die Stadtreinigung Hamburg erstellt als Nachhaltigkeitspionier der Abfallwirtschaft bereits seit 2007 Nachhaltigkeitsberichte, in denen Chancen und Herausforderungen ermittelt werden. Teile der Flotte von PKW und Kleintransportern sind bereits emissionsfrei unterwegs: 41 Prozent fahren mit Strom aus regenerativen Quellen. Gleichzeitig speist die SRH mehr erneuerbaren Strom ins Netz ein als sie verbraucht. Fast alle gewerblichen Mitarbeiter/innen sind für ihren Arbeitsalltag mit Fair-Trade-Schutzkleidung ausgestattet. Für die effiziente Müllbeseitigung setzt die Stadtreinigung auf die Mithilfe der Bürger/innen. Diese können über die SauberApp des Unternehmens Verschmutzungen melden – 2018 waren es ca. 100 Meldungen täglich. Mit dem „Kunterbuntem Müllmobil“ fuhren Mitarbeiter/innen bei 99 Kitas und Kindergärten vorbei, um bereits bei den Kleinsten ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen und ihnen den Umgang mit Müll näherzubringen. Noch in diesem Jahr soll eine Zero-Waste-App zum abfallarmen Einkaufen in Hamburg bereitgestellt werden.“

Professor Dr. Rüdiger Siechau, Sprecher der Geschäftsführung der SRH, ist stolz über die erneute Nominierung: „Der zweite Platz, den wir im vergangenen Jahr in unserer Kategorie erreicht haben, hat uns noch mehr angespornt. Nun hoffen wir natürlich, dass unser langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit als Pionier in der Abfallwirtschaft mit „Gold“ honoriert wird und alle Hamburgerinnen und Hamburger hierfür die Daumen drücken.“

Der Preis wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.

KG/rd

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Infolge des Großbrandes bei REMONDIS in Erftstadt ist ein Sachschaden von mehr als einer Million Euro entstanden. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Noch unter dem Eindruck dieses Großschadens stehend, denkt der Konzern bereits an eine deutliche Erweiterung des Standortes.

Der Brandschaden am vergangenen Wochenende habe aber mit dieser Planung nichts zu tun, zitiert der Kölner Stadtanzeiger (KStA) Unternehmenspressesprecher Michael Schneider.

Wie bereits gemeldet, war am vergangenen Sonnabend in einer Halle, in der Restmüll gelagert war, Feuer ausgebrochen. Dabei wurden zwei REMONDIS-Mitarbeiter mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht.

Generelle Zustimmung und entschiedene Ablehnung prägten laut KStA die jüngste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung in Erftstadt. Weder erfahre man etwas über Lärm- noch über Geruchsbelästigungen, kritisierte Christiane Obladen. Noch schärfer formulierte Fraktionschefin Marion Sand (Grüne). „Suchen Sie sich woanders eine Alternative“, rief sie laut KStA dem anwesenden REMONDIS-Vertreters Harry Amann zu.

Die CDU sieht KStA zufolge noch „Klärungsbedarf in vielen Detailfragen“, sei aber grundsätzlich für einen Aufstellungsbeschluss im Rahmen des Bauleitverfahrens zur Betriebserweiterung. „Recycling vor Ort sei besser als weltweiter Mülltourismus, zitiert KStA den CDU- Ratsherr Michael Schmalen.Zustimmung hätte auch die Fraktion der Freien Wähler signalisiert und auch die SPD stehe den REMONDIS-Planungen positiv gegenüber, so schreibt es der Kölner Stadtanzeiger.

nic

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Nach einem Bericht der Salzburger Nachrichten ist im Müll-Sammelzentrum Am Föllig bei Großhöflein (Bezirk Eisenstadt-Umgebung, Österreich), die der Umweltdienst Burgenland betreibt, am vergangenen Sonnabend Restmüll aus noch unbekannter Ursache Restmüll in Brand geraten.

15 Feuerwehren waren mit insgesamt 250 Kräften im Einsatz. Ein Brandbekämpfer wurde wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der Hitze und der Wasserknappheit als “extrem mühsam”, zitieren die Salzburger Nachrichten Günter Prünner vom Bezirksfeuerwehrkommando Eisenstadt-Umgebung.  Zur Wasserversorgung sei ein „Pendelverkehr mit Tankwagen zwischen Großhöflein und der Deponie eingerichtet“ worden.  Der Geschäftsführer des Umweltdienstes Burgenland, Rudolf Haider, geht von Selbstentzündung als wahrscheinlichster Brandursache aus.

nic

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Die massiv gestiegenen Investitionen in der Branche hat der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. zum Anlass eines Statements genommen. BDE-Präsident Peter Kurth begrüßte die insgesamt positive Entwicklung, mahnte aber Handlungsbedarf an.

Mit dem Statement ging der BDE auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein, nach denen in 2017 allein im Bereich Recycling mit einer Summe von 324 Millionen Euro so viel wie noch nie investiert wurde. Laut Bundesamt lagen die Investitionen in den Wirtschaftszweigen Sammlung, Behandlung und Beseitigung von Abfällen, Rückgewinnung sowie Beseitigung von Umweltverschmutzungen und sonstige Entsorgung mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Milliarden Euro ebenfalls auf Rekordniveau. Eine positive Entwicklung war auch bei den Arbeitsplatzzahlen zu verzeichnen, die um mehr als 61.000 höher lagen als noch vor zehn Jahren. Wachstum auch bei der Wertschöpfung, die 2017 bei rund 12,3 Milliarden Euro und damit um 40 Prozent höher als im Jahr 2011 lag.

„Während die Investitionen in den Bereichen Sammlung und Beseitigung von Umweltverschmutzung im Jahr 2017 leicht unter den Vergleichswerten des Vorjahres lagen, ist mit Investitionen in den beiden wichtigen Bereichen – Abfallbehandlung und Rückgewinnung – mit einem Gesamtvolumen von fast einer Milliarde Euro eine Rekordsumme zu vermelden“, erklärte BDE-Präsident Kurth. Dieser massive Anstieg belege eindrucksvoll, dass die Unternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen der Aufgabe, auch die Aufbereitung zu verbessern, nachkommen.

Mehr und besseres Recycling – das ist laut Kurth die Herausforderung vor allem in den Bereichen Kunststoff- und Metallrecycling. Zentrale Herausforderung von Industrie und Politik sei es nun, durch bessere Rahmenbedingungen für eine Nachfrage nach Rezyklaten zu sorgen und so die Kreisläufe auch wirklich zu schließen. Hier setze die Branche große Erwartungen in das kommende Klimaschutzgesetz.

SCH/rd

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