Brancheninfo aktuell 04-05/2019

Brancheninfo aktuell 04-05/2019

Brancheninfo aktuell 04-05/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Kartellverfahren: REMONDIS wollte offenbar die Fristverlängerung

Nach EM-Informationen ist die Fristverlängerung im DSD-Fusionskontrollverfahren nicht -wie oftmals zu hören- vom Bundeskartellamt, sondern von REMONDIS ausgegangen.

Wie EM aus gut informierten Kreisen erfuhr, sah sich der Konzern offenbar außer Stande, innerhalb der zunächst gesetzten Frist bis zum 16. Mai auf die Ankündigung des Bundeskartellamtes, nach derzeitigen Erkenntnisstand die Elefantenhochzeit zu untersagen, zeitgerecht und substantiiert zu reagieren.

Im Lünener Konzern „rauchen jetzt die Köpfe“, berichtet ein Insider aus REMONDIS-nahen Kreisen. Obwohl es im Vorfeld bereits gewisse Anzeichen für eine kritische Haltung des Bundeskartellamtes zur so genannten Elefantenhochzeit gegeben habe, sei das REMONDIS-Topmanagement über die „konsequente Position der Wettbewerbsbehörde“ erkennbar überrascht. Die bisherige These, der Konzern habe bislang durch generalstabsmäßige Vorbereitung „noch jede Übernahme durchbekommen“, sei somit Schnee von gestern.

Wie bereits berichtet, hatte das Bundeskartellamt die Entscheidungsfrist bis zum 28. Juni verlängert. Vereinzelt zu hörende Meinungen, das Fusionskontrollverfahren sei wegen der Vielzahl der von REMONDIS eingereichten Unterlagen prolongiert worden, entbehren offenbar jeder Grundlage. Es sei noch nie passiert, dass durch umfangreiche Unterlagen ein Fusionskontrollverfahren nicht innerhalb der Frist abgeschlossen werden konnte, so ein mit dem Kartellrecht Vertrauter.

Die REMONDIS-Führungsspitze hält nach EM-Informationen unverdrossen an den Übernahmeplänen fest. Entgegen den zunächst verbreiteten vollmundigen Einschätzungen, die Elefantenhochzeit werde ohne Auflagen „durchgewunken“, ist der Konzern offenbar nunmehr zu Zugeständnissen bereit. Diese dürften sich jedoch nicht allzu negativ auf das „Standing“ des Großunternehmens auswirken, ist zu hören.

Der Pressesprecher des Bundeskartellamtes, Kay Weidner, kann sich pflichtgemäß nicht zu laufenden Verfahren äußern. Er weist auf EM-Anfrage lediglich darauf hin, dass die Frist „im Einvernehmen mit den beteiligten Unternehmen“ verlängert wurde.

khg

Hinterlasse eine Antwort