Brancheninfo aktuell 03-12/2019

Brancheninfo aktuell 03-12/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

FEHR kaufte ein / Löschvorrichtung verhinderte Schlimmeres / „Umweltsauerei“ in Ennepetal /  Jahrestagung der EVGE in Wien

 

Die FEHR-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Lohfelden bei Kassel hat die E.V.A. Entsorgung, Verwertung und Abfall GmbH, Berlin, Alt-Kaulsdorf,  erworben.

Mit dem von der Alleingesellschafterin und alleinigen Geschäftsführerin Doris Leuschner geführten Unternehmen erweitert die Fehr-Gruppe nach Eigenangaben „ihr Engagement auf dem Berliner Markt“ und setzt „in der Region Berlin-Brandenburg auf weiteres Wachstum im Entsorgungsmarkt“.

Die E.V.A. Entsorgung, Verwertung und Abfall GmbH, 1999 gegründet,  ist hauptsächlich in der Region Berlin / Brandenburg im Containerservice tätig. Das Unternehmen ist auf  die Abfuhr und Entsorgung von Baumischabfall, Bauschutt, Schrott, Gartenabfällen, Sperrmüll, Sonderabfall und anderen Abfällen spezialisiert und unterhält nach Eigenangaben eine moderne Fahrzeugflotte. Seit dem Jahr 2000 ist E.V.A. als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert. Schätzungsweise erzielte das Unternehmen 2018 einen Jahresumsatz von ein bis zwei Millionen Euro.  Nach einem kleineren Fehlbetrag in 2017 wurde 2018 wieder Überschuss erzielt,

Der Unternehmenserwerb stand im Zeichen der  Wachstumsstrategie “FEHR 2020”, die um Juni 2017 beschlossen wurde und seit 2018 umgesetzt wird. Das Ziel nach Eigenangaben:  sich „optimal an die aktuellen Marktbedingungen und neuen gesetzlichen Vorgaben anzupassen“ und die „führende Rolle im Entsorgungsmarkt“ weiter auszubauen  „Die Entsorgungsbranche befindet sich in einem nachhaltigen Umbruch. In diesem wettbewerbsintensiven Umfeld haben wir den Anspruch, zu den Gewinnern zählen zu wollen“, beschrieb  der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Andreas Fehr bereits 2018 die Ziele des Strategieprogramms.

Die in mehreren Bundesländern mit 38 Standorten aktive FEHR-Unternehmensgruppe (Gründung 1938)  ist mit weit mehr als 1.000 Beschäftigten einer der größten privatwirtschaftlichen Entsorgungsbetriebe in Deutschland.

khg

***

Beim Brand in der Abfallbehandlungsanlage des Abfallwirtschaftsbetriebes (AWB) in Oldenburg , EM berichtete, hat die Brandmeldeanlage und automatische Löscheinrichtung Schlimmeres verhindert.

Wie Betriebsleiter Volker Schneider-Kühn auf EM-Anfrage erläutert, hat es aufgrund des guten Funktionierens dieser Brandschutzeinrichtungen weder Verletzte noch Schäden am Gebäude oder der Schredderanlage gegeben.

Das Feuer war ausgebrochen, als Hausmüll durch den Zerkleinerer lief. Es liegt nahe, dass es ein unsachgemäß entsorgter Fremdkörper, beispielsweise ein Akku oder eine Chemikalie, den Brand ausgelöst hat. Immer wieder weisen Entsorgungsbetriebe darauf hin, welche Gefahren für Mensch und Material heraufbeschworen werden, wenn Akkus, Spraydosen oder Chemikalien in den Restmüll geworfen werden.

khg

***

Zeugen sprechen von einer “Umweltsauerei in einem noch nicht dagewesenen Ausmaß“ .

Pilzsammler machten kürzlich im Stadtgebiet Ennepetal (südliches Ruhrgebiet, NRW) eine Entdeckung, die ihnen den Atem verschlug. In einem Waldstück im Stadtteil Voerde  war in großem Stil mitten in der Natur illegal Elektroschrott entsorgt worden. “Auf einem Areal  von etwa vier Hektar liegen verstreut Fernseher, Staubsauger, Toaster, Fernseher, Telefone oder Monitore“, heißt es in einem offiziellen Statement der Stadt Ennepetal.

„Eine solche Dimension illegaler Müllentsorgung hat es in Ennepetal noch nicht gegeben“, waren sich bei einem Ortstermin Revierförster Jens Nebel und Bürgermeisterin Imke Heymann einig. Im Einklang mit Vertretern der Ordnungsbehörde und dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Jagdaufseher und einem Vertreter des Waldeigentümers wurde beschlossen, dass der Elektroschrott schnellstmöglich aus dem Wald verschwinden soll. „Das wird jedoch nicht einfach. Das Gelände ist nur äußerst schwer zugänglich und überdies noch stark abfallend“, wird im städtischen Statement berichtet.

Warum sich jemand die Mühe gemacht hat, den Müll flächendeckend auf dem Gelände zu verteilen ist allen Beteiligten völlig unverständlich. Hinweise nimmt das Ordnungsamt unter der Telefonnummer 02331.979 379 entgegen.

EN/rd

***

Die Praxiserfahrungen der deutschen EVGE-Mitgliedsgemeinschaften mit der novellierten Entsorgungsfachbetriebeverordnung standen unter anderem im Mittelpunkt der Jahrestagung der Europäischen Vereinigung zur Zertifizierung von Entsorgungsfachbetrieben e.V. (EVGE) in Wien.

Wie EVGE-Pressesprecher Werner Baumann mitteilt,  waren sich beim Thema Elektronisches Fachbetrieberegister die Vertreter der deutschen EVGE-Gemeinschaften einig,  dass aufgrund der vorgenommenen Korrekturen die deutlichen Anlaufschwierigkeiten und umfangreichen Probleme des Entsorgungsfachbetriebeportals reduziert wurden und das Portal an Qualität gewonnen hat. Die Korrekturen gingen auf Hinweise aus den eigenen EVGE-Reihen zurück.

Bei der Jahrestagung wurde deutlich, dass mit der Auflistung aller in Deutschland zertifizierten Entsorgungsfachbetriebe zwar ein deutlich transparenterer Informationsstand erreicht worden sei. Andererseits weise das Entsorgungsfachbetrieberegister aber insbesondere bei Suchfunktionen noch diverse Unstimmigkeiten auf. Weitere  Verbesserungsmöglichkeiten sollen deshalb  von der EVGE an den Betreiber des Systems übermittelt werden.

„Die Fachbetriebezertifizierung mit den ihr zugrundliegenden Erfordernissen unterstützt die Branche und deren verantwortliche Akteure, sich mit aktuellen Rechts- und Vollzugsentwicklungen aktiv auseinanderzusetzen und betriebliche Strukturen und Prozesse immer wieder zu hinterfragen“, erläuterte EVGE-Vorsitzender Hartmut Schön. Der Entsorgungsfachbetrieb erhalte  unter dem Dach der EVGE wertvolle Unterstützung. Es gelte „ Erfahrungen auszutauschen, Verbesserungsideen kritisch zu analysieren und – wo sinnvoll – in der Praxis zu berücksichtigen“, so Schön, EVGE-Vorsitzender, in seiner Geschäftsberichtsrede.

Neu im Kreis der ordentlichen Mitglieder konnte die Entsorgergemeinschaft Bauen und Umwelt e.V., Mainz, mit Prof. Dr. Horst Görg an der Spitze begrüßt werden. Die Mitgliederversammlung fasste den einstimmigen Beschluss, dass im turnusmäßigen Wechsel Beate Kölling, ESN Düsseldorf, ab 1. Januar.2020 für zwei Jahre EVGE-Ausschusssprecherin sein wird.

Zu den weiteren zentralen Themen gehörten  eben den notwendigen Konzeptplanungen für 2020 und die tradtionell Anfang März anstehende Sachverständigenschulung in Eisenach, Der Jahrestagung ging eine Arbeitsauschusskonferenz voraus.

Die EVGE wurde am 29. Oktober.2004 in Köln gegründet. Aus Deutschland sind die Entsorgergemeinschaften bvse, EdDE, EGRW, ESA, ESGen Nord, EG Bau Berlin-Brandenburg, ESN, ESG Transport und Umwelt und EG Bauen und Umwelt vertreten. Aus Österreich hat der V.EFB, Wien, die Gründungssatzung unterzeichnet. Die Tschechische Republik ist mit der SUCO, Prag, und die Slowakische Republik durch die ZOPNO, Bratislava, vertreten. Der VSMR, Verband Stahl-, Metall- und Papier-Recycling Schweiz, der BAV, Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter e.V., und der VDM, Verband Deutscher Metallhändler, sind assoziierte Mitglieder.

WB/rd

Hinterlasse eine Antwort

Subscribe to our newsletter