Brancheninfo aktuell 03-05/2020

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Brancheninfo aktuell 03-05/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Erfolgreiche Mülldetektive / bvse: Unterbrechung in den Entsorgungswegen / aha-Wertstoffhöfe öffnen / Spraydosen lösten Brand aus

 

 

Die Hinterlassenschaften eines Umweltsünders. Ein Fall von illegaler Abfallentsorgung, der aufgeklärt werden konnte. Foto: mags

„Wir spekulieren, dass aktuell viele Menschen zu Hause ausmisten und leider nicht die richtigen Entsorgungswege nutzen“. Das ist die Einschätzung von Jörg Wilms, dem Leiter der Mülldetektive der Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe AöR (mags). Für ihn und seine Mitarbeiter ist das ein triftiger Grund in Corona-Zeiten auf ausgedehnte Observationen zu setzen- und das mit großem Erfolg.

So konnten nach mags-Angaben innerhalb einer Woche mehr Verstöße geahndet werden als in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Von Bürostühlen, Dunstabzugshauben, Kühlschränken über Bauschutt, Bekleidung bis hin zu Restabfall mit verdorbenen Essensresten – die Bandbreite an illegalen Entsorgungen ist groß.

In den meisten Fällen handelt es sich nach Angaben von Pressereferentin
Yvonne Tillmanns um Beistellungen an Containerstandorten, die eigentlich für Altglas und Altpapier gedacht sind. Manche Müllsünder scheuten sich auch nicht davor, einen Standort zweimal anzufahren. Bei ihren verdeckten Ermittlungen hätten die mags-Mülldetektive die meisten Vergehen am Containerstandort Schlachthofstraße beobachten können. Auffallend seien zudem, dass viele Verstöße montags zu verzeichnen sind, wenn die beiden Wertstoffhöfe in Mönchengladbach geschlossen sind. Enorm viele Anfahrten hätten zwischen 10 und 15 Uhr stattgefunden.

Unwiderlegbares Videodokoment der Mönchengladbacher Mülldetektive: Eine Person ist im Begriff, eine Kiste mit allerlei Unrat neben den Wertstoffcontainer zu “entsorgen”. Foto: mags

„Der Großteil der Mönchengladbacher Bürger entsorgt seine Abfälle natürlich ordnungsgemäß. Das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben“, sagt Jörg Wilms, Leiter der mags-Mülldetektive. Nach insgesamt sieben Observationstagen sind 29 Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Zwölf davon sind illegale Entsorgungen, die montags begangen wurden,

Unabhängig von der Observationsmaßnahmen  ist es den mags-Mülldetektiven wieder einmal gelungen, eine besonders auffällige illegale Abfallentsorgung aufzuklären. In diesem Fall wurden an einem öffentlichen Weg hinter der Kleingartenanlage Rheydt-Ohlerfeld 14 grüne Müllsäcke wild entsorgt. Die Säcke, die in einem Gebüsch entdeckt wurden, waren gefüllt mit sämtlichen Abfallarten: von Textilien über Verpackungen, verdorbenen Lebensmitteln über Pizzakartons bis hin zu Glas und sogar Pfandflaschen. Den Verursacher erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von mehreren hundert Euro.

YT/rd

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Aufgrund der Corona-Krise kommt es mittlerweile bei der Entsorgung von Abfällen immer wieder zu Unterbrechungen in den Entsorgungswegen, da Wertstoffhöfe, Deponien, Vorbehandlungs- und Aufbereitungsanlagen nicht mehr oder nur noch im reduzierten Umfang geöffnet haben. Das berichtet der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Die Entsorgungsunternehmen bemühten sich, diese Unterbrechungen durch die Nutzung ihrer genehmigten Lager- und Zwischenlagerkapazitäten abzufedern, um eine ordnungsgemäße Entsorgung weiter sicherzustellen. So konnte bisher zum Beispiel vermieden werden, dass Abfälle (Bauschutt, Bodenschutt etc.) auf Baustellen verbleiben müssen und damit ein geordneter Baustellenablauf verzögert oder sogar verhindert wird.

Allerdings, darauf weist bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer hin, stoßen Entsorgungsunternehmen mittlerweile an ihre Kapazitätsgrenzen. Schmidmeyer: “Erweiterungen dieser Kapazitäten sind dringend geboten, um auch weiterhin eine reibungslose Baustellenentsorgung gewährleisten zu können. Die Unternehmen müssen hier flexibel und schnell reagieren können, wobei uns klar ist, dass die zuständigen Behörden in Zeiten der Coronavirus-Krise nicht so zeitnah entscheiden können, wie das wünschenswert wäre.“

Der bvse hat daher die Bundesländer angeschrieben, auf die Problematik hingewiesen und eine praktikable Lösung vorgeschlagen. Aus seiner Sicht wäre es ein gangbarer Weg, dass Überschreitungen bis 25  Prozent der genehmigten Kapazitäten einer Entsorgungsanlage bis zum Ende dieser Krise von den zuständigen Behörden geduldet werden. Betroffen wären davon insbesondere Anlagen zur Zwischenlagerung und Aufbereitung von mineralischen Bau- und Abbruchabfällen inkl. Bodenaushub sowie Anlagen zur Vorbehandlung von Baustellenabfällen und gemischten Bau- und Abbruchabfällen (überwiegend nicht-mineralisch).

Damit würden zum einen die zuständigen Behörden entlastet und unsere Entsorgungsunternehmen könnten flexibel und rechtskonform auf die aktuelle Situation reagieren, so der bvse in seinem Schreiben an die Umweltminister der Bundesländer.

Während Hessen und Berlin sich offen für eine unternehmensbezogene Erhöhung der Lagerkapazitäten im Einzelfall gezeigt haben, wurde das bayerische Umweltministerium konkreter und teilte mit, dass eine temporäre Kapazitätserweiterung der genehmigten Lager- und Zwischenlagerflächen von zirka 10 bis 15  Prozent in der Regel als unwesentliche Änderung der Anlage angesehen werden, wenn keine anderen als die genehmigten Stoffe zur Lagerung kommen. Ebenso wie Hessen und Berlin weist Bayern jedoch daraufhin, dass eine Anzeige nach Paragraph 15 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) grundsätzlich ausreichend, aber auch notwendig ist. Bedingung dafür sei eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der zuständigen Behörde und, insbesondere in Bezug auf die Umweltauswirkungen der Kapazitätserhöhung, aussagekräftige Unterlagen.

“Wir würden uns wünschen, dass die anderen Bundesländer dem Beispiel Bayern folgen und die jeweiligen Landesumweltministerien die zuständigen Behörden entsprechend informieren und damit eine sachgerechte und zügige Bearbeitung ermöglichen würden”, so bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer.

ZI/rd

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Ab Samstag, 9. Mai, sind wieder alle 21 Wertstoffhöfe der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) geöffnet. „Die positive Entwicklung der Corona-Situation in der Bevölkerung und bei den aha-Beschäftigten ermöglicht es uns, wieder alle 21 Wertstoffhöfe in der Region Hannover zu öffnen“, freut sich aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz.

Es werden wieder, wie gewohnt, alle Arten von Abfällen und Wertstoffen angenommen. Die bereits bestehende Anlieferregelung, nach der nur Fahrzeuge mit geraden Kennzeichenendungen an geraden Tagen und die mit ungeraden Nummern an ungeraden Tagen anliefern dürfen, bleibt bis auf weiteres bestehen, um eine Entzerrung des Anlieferverkehrs zu ermöglichen.

Ausnahme ist Samstag,  9. Mai, an dem alle anliefern dürfen. „Wir möchten der Bevölkerung an diesem Tag die Gelegenheit geben, die während der Zeit der Wertstoffhof-Schließung angefallenen Abfälle und Wertstoffe abgeben zu können“, so der aha-Geschäftsführer.

Nach wie vor oberste Priorität haben die Infektionsprävention und die Verkehrssicherheit. „Die Erfahrungen mit den bisher wiedereröffneten Wertstoffhöfen zeigen, dass jetzt auf allen Höfen eine Anlieferung möglich ist. Dazu gehört jedoch weiterhin Geduld bei der Anlieferung und die Beachtung der geltenden Verkehrsregeln“, so Schwarz weiter.

HH/rd

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Erneut waren nicht vollständig entleerte Spraydosen Ursache eines Brandes.

Das Feuer brach aus, als der Fahrer eines Entsorgungsfahrzeugs am vergangenen Donnerstag in Kulmbach-Mangersreuth (Oberfranken)  nach Entleerung eines  Weißblechcontainers den Inhalt presste. Dabei kam es zu einer Explosion, die die gesamte Ladung in Brand setzte. Dem Mann gelang es in letzter Sekunde, die brennende Fracht auf die Fahrbahn zu kippen. Kurz danach- so stellte die Feuerwehr Kulmbach fest- wären die Flammen auf das gesamte Fahrzeug übergegriffen.

Wie die Frankenpost berichtet, waren die Löscharbeiten für die zwölf herbeieilenden Kulmbacher Feuerwehrleute nicht ohne Risiko. „Während der Löscharbeiten gab es noch rund zwei Dutzend weitere kleine Explosionen. Stadtbrandmeister Michael Weich berichtet, dass die Trümmer dabei meterweit geflogen seien“, so die Zeitung.

FP/rd

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