Brancheninfo aktuell 01-08/2020

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150 150 Klaus Henning Glitza

SRH: Weniger Restmüll, bessere Trennung, aber noch Verbesserungspotenziale

 

Weniger Restmüll und eine qualitativ und quantitativ bessere Trennung. Diesen positiven Trend hat eine repräsentative Hausmüllanalyse der Stadtreinigung Hamburg (SRH) zutage befördert. Aus SRH-Sicht mache die 2019 durchgeführte Untersuchung aber auch, deutlich, wo es weiterhin Verbesserungspotenziale gibt.

 

Reste im eigentlichen Sinne machen etwas über ein Viertel der gesamten Restmüllmenge aus. Grafik: SRH

 

Die gute Nachricht vorweg: Im Jahr 2019 erzeugten die Hamburgerinnen und Hamburger weniger Restmüll als im Jahr davor. Pro Einwohner (Ew) und Jahr (a) ist die durchschnittliche Restmüllmenge um zwei Kilogramm (kg) auf rund 206 kg gesunken. Im Jahr 2016 waren es noch 214 kg. Mit Blick auf die Zusammensetzung des Restmülls sei es bemerkenswert, dass sich die Wertstoffanteile in den grauen Tonnen, wie Papier/Pappe (von 31,7 kg auf 30,2 kg), Glas (14,1 kg auf 11,1 kg), Kunststoff (15,3 kg auf 12,4 kg) und Metalle (4,6 kg auf 3,4 kg), allesamt rückläufig entwickelt haben, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung . Das sei ein Zeichen dafür, dass die BürgerInnen die angebotene getrennte Wertstoffsammlung intensiver nutzten als in der Vergangenheit. Die Fraktion „Organik“ habe dagegen erneut einen leichten Zuwachs im Restmüll (96,9 kg auf 97,6 kg) verzeichnet, obwohl das Angebot der getrennten Bioabfallsammlung stetig ausgebaut worden ist.

SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Rüdiger Siechau hat das Ergebnis der Hausmüllanalyse als eine wichtige Entwicklung und ein gutes Zeichen bewertet. Seinen Worten zufolge hat es sich die SRH mit Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen sowie Aufklärungskampagnen schon vor Jahren zur Aufgabe gemacht, die Bürgerinnen und Bürger für die Themen Abfallvermeidung und Mülltrennung zu sensibilisieren. Siechau: „Die Zahlen sind daher ein Erfolg für uns. Wir wissen aber auch, dass im Bereich der organischen Abfälle noch großes Potenzial zur Verbesserung besteht.“

Seit 2008 sinken die Restmüllmengen in Hamburg. Grafik: SRH

Um zu bewerten, ob die Ergebnisse der Analyse auch Aufschluss über die zukünftige Entwicklung geben, sei es jedoch zu früh, so der SRH-Geschäftsführer. „Es bleibt abzuwarten, welchen Einfluss die anhaltende Corona-Pandemie auf den Alltag der Menschen genommen hat und nehmen wird. Davon ist natürlich auch die Abfallmenge und der Umgang mit Müll betroffen. Klar ist jedoch, dass nach wie vor zu viele kostbare Wertstoffe im Restmüll landen. Neben der Abfallvermeidung, die oberste Priorität hat, müssen zukunftsfähige Strategien und Methoden entwickelt werden, um die Wertstoffkreisläufe auch im Hausmüll zu schließen. Das von uns geplante Zentrum für Ressourcen und Energie (ZRE) ist hierzu ein wichtiger Meilenstein.“

Wie der Leiter Unternehmenskommunikation, Kay Goetze, mitteilt, wurden mit der aktuellen Analyse seit 2011 bereits zum siebten Mal Stichproben aus dem Restmüll (graue Tonne) der Hamburgerinnen und Hamburger untersucht, um Rückschlüsse auf das Mülltrennverhalten in der Hansestadt zu gewinnen. Berücksichtigt wurden dabei alle wesentlichen Siedlungstypen vom Einfamilienhaus bis zur Großsiedlung, Analysiert wurde insgesamt 53 Kubikmeter Restmüll, die in acht Fraktionen und 66 Abfallgruppen unterteilt waren. Mit der Durchführung war ein unabhängiges Ingenieurbüro beauftragt worden.

KG/rd

 

 

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