Brancheninfo 40-03/2020

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Brancheninfo 40-03/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Coronavirus: VKU zu Trennregeln des BMU für Abfall aus Haushalten mit Infektionen oder Verdachtsfällen

 

Zu den  heute veröffentlichten Regeln des Bundesumweltministeriums (BMU) zur Abfalltrennung für Haushalte mit durch das SARS-CoV-2-Virus infizierten Personen oder begründeten Verdachtsfällen hat der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) Stellung genommen.

Laut Ministerium sind bisher sind keine Fälle bekannt, bei denen sich Personen durch Berührung von kontaminierten Oberflächen mittels Kontaktinfektion angesteckt haben. Dennoch sei dieser Übertragungsweg nicht gänzlich auszuschließen. Die betroffenen Haushalte sollen in dieser Zeit die Haushaltsabfälle daher nicht trennen und die gut verknoteten Abfallsäcke im Restmüll entsorgen. Ansonsten ändere sich bei der Getrenntsammlung grundsätzlich nichts.

Es sei gut, dass das BMU Klarheit schafft und sich weiter für die Getrenntsammlung ausspricht, erklärt der VKU, der unter anderem die kommunalen Entsorger vertritt. „Die Regeln des Ministeriums sind gut nachvollziehbar: Nur Haushalte, in denen Menschen mit Infektionen oder begründeten Verdachtsfällen leben, sollen zeitweise ihren Müll nicht trennen. Alle anderen sollen weiterhin getrennt sammeln und Abfälle, wo es geht, vermeiden. Das ist auch deshalb wichtig, damit es nicht zu einer Überlastung der Restmüllentsorgung kommt und unter anderem die Papierindustrie weiterhin mit Sekundärrohstoffen beliefert werden kann.“

Den kommunalen Entsorgern lägen keine Daten vor, welche Haushalte von Corona betroffen sind. Sie würden die Abfälle – auch die Wertstofffraktionen – daher weiterhin so entsorgen, wie sie vom Bürger bereitgestellt werden. „Die betroffenen Haushalte sollten daher aus eigener Verantwortung die geforderten Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die Abfälle gut zu verschließen, gehört als Gebot der gegenseitigen Achtsamkeit auch dazu“, so der VKU.

Ausnahmen von der getrennten Sammlung machten die Kommunen nur dann, wenn pandemiebedingt Personalressourcen fehlen oder um das eigene Personal – zum Beispiel auf Wertstoffhöfen – vor Infektionen zu schützen und das Abstandsgebot zu wahren. Da nach wissenschaftlichen Einschätzungen eine Spitze von Erkrankungen in den kommenden Tagen bis Wochen zu erwarten ist, läge das Augenmerk der Betriebe darauf, dass die Personaldecke auch in zunehmenden Krisenzeiten insbesondere für die Kernaufgaben ausreichend ist.

„Die kommunale Hausmüllentsorgung ist Teil kommunaler Daseinsvorsorge und eine kritische Infrastruktur im Sinne des Gesundheitsschutzes“, betont die stellvertretende Pressesprecherin Elisabeth Mader.

EMa/rd

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