Brancheninfo 25-11/2018

Brancheninfo 25-11/2018

150 150 Klaus Henning Glitza

Nichts Neues bei ELS-Ermittlungen / Mülldetektive erfolgreich / Kampagne gegen Fremdstoffe/ Wertstoffhof geschlossen

 

In der Ermittlungssache Europäische Lizenzierungssysteme GmbH (ELS) gibt es noch keine neue Entwicklung.  Wie Dr. René Seppi, Pressesprecher für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Köln auf EM-Anfrage mitteilt, dauern die Ermittlungen gegen das ehemalige Bonner Unternehmen an. Nach EM-Information liegt eine Vielzahl von Dokumenten vor, die noch gesichtet und bewertet werden müssen.

Das Ermittlungsverfahren war aufgrund der Anzeige eines erheblich geschädigten Mitbewerbers gegen aktuelle und frühere Geschäftsleitungsmitglieder des in Insolvenz gegangenen und inzwischen abgewickelten Dualen Systems eröffnet worden. Zur Rede stehen die Straftatbestände Insolvenzverschleppung und Betrug. Der Betrugsvorwurf bezieht sich auf 216.000 Tonnen an Papier-, LVP- und Glasmaterialien, die seit 2015 nicht ordnungsgemäß der Clearingstelle der dualen Systeme gemeldet wurden. Allein für 2016 wurde eine Differenz von zirka 17.500 Tonnen Leichtverpackungen (LVP) festgestellt. Dadurch erzielte die ELS einen erheblichen Vorteil auf Kosten der damals neun anderen dualen Systeme. Offenbar war dies ein Versuch, das jenseits von jeder Rentabilität arbeitende Unternehmen trotz der schon damals vorliegenden Insolvenzreife am Leben zu erhalten.

ELS war am Firmament der dualen Systeme ein eher kleines Sternchen. In sechs Prozent der deutschen Entsorgungsgebiete hatte das Unternehmen die so genannte Ausschreibungsführerschaft. Mitte März dieses Jahres wurde beim Amtsgericht Bonn Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Dieser Vorgang wurde als Sanierung in Eigenverwaltung bezeichnet wurde, „weil es besser klingt“, so ein ehemaliger Mitarbeiter.  Der Versuch des Insolvenzverwalters Weiß, einen Investor zu finden, scheiterte. Durch die bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten war der Ruf von ELS dermaßen in den Keller gegangen, dass niemand anbiss. Selbst bei einer Namensänderung, die Weiß allen Interessenenten vorschlug, wäre ein anderes firmierendes Unternehmen immer die ehemalige ELS geblieben.

khg

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Die Entsorgung Herne AöR kann sich über den Erfolg ihrer „Abfallfahnder“ freuen. Wie Radio Herne berichtet, setzt das kommunale Unternehmen seit anderthalb Jahren täglich Mülldetektive ein, um die knapp 250 Container in Herne und Wanne-Eickel zu überwachen. Ebenfalls im Blickfeld sind wild abgeladene Autoreifen, gelbe Säcke und Kartonagen. Rund 1900 Verunreinigungen wurden in diesem Jahr durch die Mülldetektive aufgedeckt. Den Verursachern steht ein hohes Bußgeld ins Haus.

bem

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Die Biomüllqualität muss besser werden, haben sich die Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU) vorgenommen. Dem stehen derzeit nach Angaben des kommunalen Unternehmens Plastiktüten, sogenannte kompostierbare Biomüllbeutel und Stärketüten entgegen, die als Fremdstoffe die Herstellung von hochwertigem Kompost behindern oder sogar verhindern.

Die EBU starten deshalb eine Informationskampagne. Zunächst wird auf den Recyclinghöfen und den Müllfahrzeugen mit Plakaten dafür geworben, Bioabfälle nur mit Zeitungspapier oder Papiertüten in die Biotonne zu geben. Auch das Sammeln in einer Kunststofftüte ist laut EBU kein Problem, wenn der Biomüll in die Biotonne kommt, aber die verschmutzte Plastiktüte in den Restmüllbehälter geworfen wird.

Die EBU machen in einer Mitteilung deutlich, welche (im Grunde unnötigen) Schritte erforderlich werden, wenn Plastik im Biomüll landet. „Um die Qualitätskriterien der Kompostgütegemeinschaft zu erreichen, müssen die Plastiktüten im Kompostwerk mit großem Personal- und Maschineneinsatz aussortiert werden. Die daraus entstehenden Mehrkosten gibt das Kompostwerk seit einigen Monaten an die EBU und somit an die Gemeinschaft der Gebührenzahler weiter. Die sogenannten kompostierbaren Biomüllbeutel und die Stärketüten sind nicht zugelassen, da auch sie Kunststoff enthalten und nicht vollständig verrotten. So bleiben nach der Kompostierung von diesen Beuteln kleine Kunststoffteilchen im Kompost übrig.“

Sollte der erste Schritt keinen ausreichenden Effekt haben, werden in einem zweiten Schritt alle Haushalte und Betriebe, die eine Biotonne nutzen angeschrieben und gezielt informiert. Die EBU behalten sich vor, in einem dritten Schritt Kontrollen der Biotonnen vorzunehmen und bei Fehlbefüllungen die Behälter nicht zu leeren.

ebu/rd

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Der Wertstoffhof auf der Deponie Burgdorf ist zur Vorbereitung von umfangreichen Baumaßnahmen seit dem vergangenen Sonnabend bis voraussichtlich Ende Januar 2019 komplett geschlossen. Das teilt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) mit. Nach den Bauarbeiten wird die Einrichtung nach aha-Angaben mehr Komfort bieten.  So würden Wartespuren eingerichtet und große Parkbuchten für Pkw mit Anhänger geschaffen. Eine ausgeschilderte Ersatzannahmestelle (nicht für Sonderabfälle) ist eingerichtet.

aha/rd

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