Brancheninfo 25-10/2019

Brancheninfo 25-10/2019

Brancheninfo 25-10/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Brandursache noch unklar / Verbraucher wollen weniger Plastik / REMONDIS kooperiert mit finnischem Chemieunternehmen

 

 Die Ursache des  Großbrandes bei PreZero in Stadthagen ist nach wie vor unklar. Wie der Pressesprecher der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Axel Bergmann, auf EM-Anfrage mitteilte, können aber derzeit vorsätzliche Brandstiftung oder ein technischer Defekt ausgeschlossen werden.

Wie in der lokalen Presse berichtet, hatten im zeitlichen Zusammenhang mit dem Großbrand Dacharbeiten stattgefunden. Dazu sagte Pressesprecher Bergmann, dass im derzeitigen Ermittlungsstadium noch keine eindeutige Zuweisung möglich sei.

Wie aktuell bekannt wurde, ist ein Feuerwehrmann beim Großbrand verletzt worden. Er zog sich eine Rauchgasvergiftung zu und musste ins Krankenhaus gebracht worden.

Bezogen auf die Anzahl der Lagergebäude bekräftigte Bergmann, dass aus Sicht der Polizei fünf Hallen bis auf die Grundmauern niedergebrannt sind.  Das Unternehmen PreZero hatte dagegen von einer großen Halle gesprochen. EM-Recherchen ergaben, dass beides richtig ist. Die Bauwerke werden unternehmensseitig als ein zusammenhängender Komplex angesehen.

Zur Schadenshöhe liegen noch keine belastbaren Informationen vor. Nach EM-Informationen ist ein Gutachten in Auftrag gegeben worden.

khg

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Weniger Plastik vor allem bei Obst und Gemüse, mehr Informationen zu den Verpackungen und klare, einfache Regeln für die Sortierung- das ist nach Aussagen  der Initiative geTon (gelbe Tonne) ein großer Wunsch von Verbrauchern. Deutlich geworden ist dieses Stimmungsbild während der geTon-Aktionstour durch Deutschland, bei der vor Lidl- und Kaufland-Filialen über 20.000 Menschen direkt angesprochen wurden.

Die  Initiative geTon, der neben Entsorgungs- und  Recyclingunternehmen auch ein Verpackungshersteller und eine Handelskette angehören. hat sich nach Eigenangaben die  Weiterentwicklung zu einer echten Kreislaufwirtschaft (Rohstoffe werden nicht verbrannt, sondern wiederverwertet) zum Ziel gesetzt. Denn die Vermeidung und das Recycling von Plastikabfällen schone die Ressourcen und schütze das Klima, heißt es in einer geTon-Pressemitteilung. . Grundvoraussetzung sei allerdings, dass die Abfälle richtig getrennt werden. Aktiver Klimaschutz beginne deshalb zuhause.

Die geTon Aktionstour habe deutlich gemacht, „wie wichtig es ist, dass wir Informationen besser austauschen und gemeinsam miteinander das Thema Verpackungsmüll angehen, um überzeugende Lösungen dafür zu finden“, bilanziert Dietmar Böhm, Geschäftsführer der Entsorgungstochter PreZero aus der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland).

Die korrekte Abfalltrennung im Haushalt sei einer der wichtigsten Beiträge nicht nur für die Sicherung von Rohstoffen, sondern auch für den Klimaschutz. ergänzt Herwart Wilms, Geschäftsführer bei Remondis in Lünen. Jede Tonne recycelter Kunststoffe aus Verkaufsverpackungen spare nach seinen Worten  bis zu 1,6 Tonnen CO2 ein.

Mit den Erfahrungen aus der Deutschland-Tour sieht sich die Initiative geTon nach Eigengaben in ihren wichtigsten Zielen bestärkt:

  • Einfache, nachvollziehbare Regeln für die Gelbe Tonne
  • Drei Standards für aufbereitete Kunststoffe (Rezyklat): Lebensmitteltauglichkeit, Verwendung für Kosmetika sowie für Putz- und Reinigungsmittel
  • Recyclingfähiges Design für Verpackungen und verpflichtender Einsatz von Rezyklat.

Mit der Aktionstour wurde nach geTon-Angaben ein Millionenpublikum erreicht. „Regionale und überregionale Berichterstattung in den Medien erreichten mehr als sieben Millionen Menschen (Schätzung nach Bruttoreichweiten der veröffentlichenden Medienhäuser).  Der Initiative geTon gehören die Schwarz-Gruppe mit Lidl, Kaufland und PreZero, die dualen Systeme Interseroh und Der Grüne Punkt. die beiden großen Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Remondis und Alba sowie der  Verpackungshersteller Alpla und das Markenunternehmen Procter&Gamble an.

Die Aktionstour war von einem unterhaltsamen Infotainment-Programm vor ausgesuchten Filialen von Lidl und Kaufland geprägt.  Gestaltet wurde die Info-Kampagne von erfahrenen Spielpädagogen,  kommunalen Abfallberatern und Mitarbeitern der Verbraucherzentralen. Jeweils ein Tag lang wurden Sortieraktionen, Ratespiele, Informationen und Unterhaltung zum Thema geboten.   Ziel der Aktion war es laut geTon „ mit der Vermeidung von Verpackungen und durch die richtige Trennung an der Gelben Tonne den Verbrauch von Erdöl zu minimieren und so durch die Reduzierung von CO2 einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten“

geTon hat mit der Aktionstour auf ein Informationsvakuum „(„was in die Gelbe Tonne gehört und was nicht, wurden in den vergangenen 15 Jahren nicht immer und überall ausreichend kommuniziert“) reagiert.  Nicht zuletzt wegen des Informationsmangels lehnten viele Verbraucher die Gelbe Tonne ab („wird sowieso alles verbrannt“) oder befüllten sie falsch. Ein weiterer Grund ist das seit Anfang dieses Jahres geltende  neue Verpackungsgesetz, das deutlich höhere Entsorgungs- und Recyclingquoten für Verpackungen verlangt.  Durch so genannte Fehlwürfe wird die Erreichung dieser Quoten massiv infrage gestellt.

GT/rd

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Das Mineralöl- und Biokraftstoffunternehmen Neste aus Finnland und der REMONDIS-Konzern haben nach Eigenangaben eine Entwicklungskooperation für das chemische Recycling von Kunststoffabfällen vereinbart. „Beide wollen gemeinsam chemisches Recycling entwickeln und vorantreiben mit dem Ziel, Kapazitäten für die Verarbeitung von mehr als 200 Kilotonnen Kunststoffabfällen zu schaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung,

Das gemeinsame Projekt kombiniere die Kompetenzen von Remondis in der Abfallsammlung und -trennung mit  der Erfahrung und dem Know-how von Neste in der Ölraffinierung und der Verarbeitung qualitativ minderwertiger Abfälle und Reststoffe. Ziel sei der Aufbau eines Ökosystems rund um das chemische Recycling, „damit weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Initiative beitreten und das chemische Recycling ergänzen können, indem sie den Materialkreislauf auch für solche Kunststoffe schließen, die sich heute nur schwer oder gar nicht wiederverwerten lassen.“

“Um chemisches Recycling im industriellen Maßstab zu etablieren, müssen Recycling- und Chemiebranche eng zusammenarbeiten“, kommentiert Jürgen Ephan, Geschäftsführer von REMONDIS Recycling, die Kooperation.  . Die Partnerschaft zwischen REMONDIS und Neste konzentriere sich darauf, „einen optimalen Recyclingprozess zu entwickeln, damit noch mehr Kunststoffabfall wiederverwertet werden kann”.

Ziel sei es. „einen gesünderen Planeten für unsere Kinder zu schaffen“, so Mercedes Alonso, Executive Vice President, Renewable Polymers and Chemicals bei Neste zur Entwicklungskooperation. Chemisches Recycling führe dazu, „dass Kohlenstoffe in der Gesellschaft immer wieder zirkulieren, und verringert die Abhängigkeit von Rohöl – eines unserer Kernziele als Vorreiter in unserer Branche in Bezug auf Nachhaltigkeit“. Die Partnerschaft zwischen REMONDIS und Neste „bringt uns einen Schritt näher an die Erfüllung unserer Zusage, ab 2030 jährlich mehr als eine Million Tonnen Kunststoffabfälle zu verarbeiten” und markiere „einen weiteren Schritt in Richtung der Innovationen und Investitionen, die nötig sind, um die Recyclingindustrie zukunftsfest zu machen“.

Mercedes Alonso: „Wir benötigen Kapazitäten, Technologien und unterstützende Gesetzgebung, um die anspruchsvollen Recyclingziele der EU zu erreichen. Chemisches Recycling wird dabei eine zentrale Rolle spielen.“

NE/rd

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