Brancheninfo 23-03/2020

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Brancheninfo 23-03/2020 150 150 Klaus Henning Glitza

Innovative „Müllgaragen“ sollen in Frankfurt/Main großes Problem lösen

 

„Tatort“ Luisenplatz in Frankfurt am Main. Der hübsche erst kürzlich neu gestaltete Platz in der Mainmetropole Frankfurt  könnte zu den schönsten öffentlichen Flächen Deutschlands zählen, wäre da nicht das leidige Thema  Müll.  Oft war dieser öffentliche Raum übersät mit to-Go-Bechern und voll mit Stapeln leerer Pizzakartons. Mit so genannten Müllgaragagen wollen die  Stadt Frankfurt und der örtliche Entsorger FES jetzt  dagegenhalten und damit dem attraktiven Platz im Frankfurter Nordend den verlorenen Charme zurückgeben.

Essen und Trinken „to go“, das liegt im Trend unserer Zeit. Immer beliebter wird es, Speisen und Getränke mitzunehmen und bei schönem Wetter gleich an Ort und Stelle zu verkonsumieren. Doch nach dem Genuss stellt sich die Frage; Wohin mit der Verpackungsmüll? Auf dem Luisenplatz wurde die Entsorgungsfrage auf antisoziale Weise gelöst. To-go-Becher landeten oftmals auf dem Platz, leere Pizzakartons wurden „wie beim Turmbau zu Babel“ gestapelt, wie Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“ beobachtete.

Ein Problem, für das eine clevere  Lösung gefunden wurde: die Müllgarage.  Darunter ist ein neuartiger Abfallbehälter zu verstehen, der nicht nur größer ist, als der gebräuchliche,  sondern auch über Einwurföffnungen verfügt, durch die bequem ein Pizzakarton geschoben werden kann. Solche komfortablen Einwurfsöffnungen gibt es in allen vier Himmelsrichtungen.

Der wenig attraktive „Turmbau zu Babel“ hat damit hoffentlich ein Ende. Dazu könnte neben den größeren Öffnungen auch das „Dach“ der „Müllgaragen“ beitragen. Es ist nicht flach, sondern ordentlich geneigt, damit keine leeren Kartons einfach daraufgelegt werden können. Neu ist auch eine genoppte Oberfläche der innovativen  Sammelstationen. Das Anbringen von Klebezetteln und Plakaten wird dadurch erschwert. Auch Graffiti kann einfacher entfernt werden.

Auf dem Luisenplatz stammen die Pizzakartons zumeist aus einer dort ansässigen Pizzeria. Ein Gastro-Betrieb, der sich das Beispiel vom McDonald’s , Burger King & Co, die auf Ihren Geländen große Abfallbehälter aufgestellt haben, nicht zueigen gemacht hat. Trotz florierender  Geschäfte gibt es nach Angaben örtlicher Beobachter keine Mülltonnen. „Die Gewinne werden privatisiert, die Entsorgungsfrage wird auf die Allgemeinheit abgewälzt“, so kommentiert es Claudia Gabriel.

Am heutigen Dienstag wurden die neuen Entsorgungsbehälter auf dem Luisenplatz eingeweiht. Mit dabei: Claudia Gabriel, FES-Vertreter und eine Repräsentantin des Ortsbeirates. Die Behälter aus Gusseisen kosten 1.500 Euro pro Stück. 30 davon sollen an Hotspots,  also besonders belebten Orten und Plätzen Frankfurts aufgestellt werden. Damit der Müll dort landet, wo er hingehört.

khg

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