Brancheninfo 15-12/2018

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Brancheninfo 15-12/2018 150 150 Klaus Henning Glitza

In Bremen wird Einigung erwartet / Doch in Ziepel (Sachsen-Anhalt) wurde Warnstreik ausgerufen

 

Im Tarifstreit in Bremen wird es am heutigen Montag eine Stellungnahme der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geben.  Diese wird allerdings erst im Laufe des Tages erfolgen, wie aus ver.di-Kreisen verlautet.  Die Arbeitgeberseite, die Abfalllogistik Bremen (ALB), hatte ein Ultimatum bis heute 12 Uhr gesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt fühle sie sich an ihr Angebot in der vierten Verhandlungsrunde gebunden, erklärte Abteilungsleiterin und Pressesprecherin Antje von Horn. „Wire lassen uns nicht ultimativ unter Druck setzen“, heißt es dagegen aus Gewerkschaftskreisen. Wie bereits berichtet, hatte sich am vergangenen Freitag eine deutliche Mehrheit der in der ver.di organisierten ALB-Mitarbeiter für die Annahme des noch einmal nachgebesserten Arbeitgeberangebotes ausgesprochen. Insider gehen deshalb davon aus, dass es heute zu einer Einigung kommt. Allerdings werde die Gewerkschaft nicht von ihrem Ziel anrücken, die völlige Angleichung der ALB-Beschäftigten an den Tarif des öffentlichen Dienstes (TVöD) einzufordern und dies bei späteren Verhandlungen auf die Agenda zu setzen.

khg

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Zu einem Warnstreik ist es in der Niederlassung der REMONDIS Industrie Service GmbH & Co. KG in Ziepel (Sachsen-Anhalt) gekommen. Nach Auslaufen des bestehenden Tarifvertrages fordern die Beschäftigten eine schrittweise Angleichung an das Westniveau.  Wie die Gewerkschaftssekretärin Dagmar Huhn laut Volksstimme erklärt, erhalte ein „Lkw-Fahrer im Westen bei 38 Wochenstunden 2452 Euro im Monat, sein Kollege im Osten bei 40 Stunden nur 1968 Euro.“  Betriebsratsvorsitzender Marco Schroller wird an gleicher Stelle zitiert: „Wir wollen den Angleich an die Westentgelte sofort. Nach 29 Jahren ist das doch wohl angemessen. Aber die Angebote von Remondis lagen unter unserer Schmerzgrenze. Unsere Forderung sei nicht machbar, weil wir im Osten andere wirtschaftliche Zahlen hätten. Aber die Mülltonne in Frankfurt/Main kostet genauso viel wie in Magdeburg, und auch die Butter ist hier genauso teuer wie im Westen. Bei den Löhnen ist das anders, die liegen im Westen höher. Ich vermisse da das Gleichheitsgebot. Ich denke, es ist legitim, dass wir streiken. Wir sind nichts Schlechteres. Wir leisten hier sehr gute Arbeit. Vielleicht werden sie jetzt wach.“

Laut Volksstimme ist für REMONDIS-Pressesprecher Michael J. Schneider der Streik „in keiner Weise nachzuvollziehen“. Seinen Worten zufolge sei eine Einigung prinzipiell bereits erfolgt. Die Gewerkschaft ver.di bestreitet allerdings, dass dies so ist.

khg

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