Brancheninfo 15-11/2018

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150 150 Klaus Henning Glitza

ALDI bleibt im Schoß des Dualen Systems Deutschland

Die ALDI-Unternehmensgruppe bleibt im Schoß des Dualen Systems Deutschland (DSD). Das wurde jetzt aus REMONDIS-nahen Kreisen bekannt. Damit hat sich das jüngst von dem Lünener Konzern übernommene größte deutsche Rücknahmesystem einen seiner wichtigsten Kunden für die nächste Zukunft gesichert.  

Abgeklärte Branchenkenner überrascht diese Nachricht  wenig. Bereits Ende September, in der finalen Phase der Übernahmeverhandlungen zwischen REMONDIS und den damaligen DSD-Mehrheitsgesellschaftern H.I.G. Capital und Bluebay, habe es deutliche Anzeichen dafür gegeben, dass ALDI nicht das Rücknahmesystem wechselt. Das bereits terminierte Signing sei seinerzeit wegen „dringenden Klärungsbedarfs“ vertagt worden und erst Tage später in die Schlussrunde gegangen, nachdem Quasi-Garantien für den Verbleib des Albrecht-Imperiums im DSD angegeben wurden. So weiß es ein Insider.

Dennoch habe der Discounterriese auch danach, aber mehr oder minder zum Schein, mit anderen dualen Systemen weiterverhandelt, Zweck der Übung war offenbar, sich bei DSD einen günstigen Preis zu sichern. Im Preiskampf der Discounter, insbesondere mit dem Hauptkonkurrenten Lidl, spiele jeder Cent eine Rolle, so ein Fachmann. Unter anderem, um Kosten zu sparen, hat letztlich die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) ihr eigenes duales System, PreZero Dual, aus dem Boden gestampft. ALDI hat derzeit keine derartigen Pläne und ist deshalb auf einen externen Partner angewiesen.

Für die nach der Übernahme zum Teil verunsicherte DSD-Belegschaft ist der ALDI-Verbleib eine gute Nachricht. Allerdings soll es bereits seit Wochen im „Flurfunk“ zu hören gewesen sein, dass ALDI bei der Stange bleibt.

khg

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