Brancheninfo 15-04/2020

Brancheninfo 15-04/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Potenzial digitaler Lösungen / Oldenburg:  Wiedereröffnung problemlos / Kostenlose Telematik

 

Aktuelle Herausforderungen im Altpapierhandel und das Potenzial digitaler Lösungen standen  im Mittelpunkt  eines Workshops, zu dem die Altpapier-Plattform recyfy Papierproduzenten, Entsorger und Händler im Februar nach Düsseldorf eingeladen hatte.

Wie der recyfy-Markeninhaber WR Wertstoffbörse Recycling GmbH & Co. KG  aktuell dazu mitteilt, sei allen Branchenvertretern bewusst gewesen, dass  Digitalisierung nicht aufzuhalten ist. Gerade in den vor- und nachgelagerten Prozessen, dem Reklamationsmanagement und der Erweiterung des Handelspartner-Netzwerks seien große Potenziale erkannt worden. Gleichzeitig herrschte Einigkeit darüber, dass ein persönlicher Kontakt unverändert wichtig bleibe.

„Wir wurden heute definitiv nochmal darin bestätigt, dass eine Softwarelösung den Papierhandel wirklich unterstützen kann“, so das Statement von Raimund Graf, Manager Business Development von recyfy.  Neben den offensichtlichen Themen, wie dem Marktüberblick oder der Wichtigkeit von ausreichenden Absteuerungsmöglichkeiten, seinen verstärkt Themen hinsichtlich der Integration und Koordination entlang der Lieferkette diskutiert worden. Hier gebe es viele Möglichkeiten, wie die Digitalisierung Nutzen stiften kann“, sagte Graf.

Erfreut über die Ergebnisse des Workshops und die rege Teilnahme zeigte sich im Nachgang auch Moritz J. Weig, geschäftsführender Gesellschafter bei WEIG. „recyfy ermöglicht der Papierindustrie den Einstieg in eine neue, digitale Ära der Rohstoffbeschaffung. So überwinden wir das Denken in linearen Wertschöpfungsketten und schaffen neue Netzwerkstrukturen. Dies ermöglicht allen Beteiligten bessere Informationen für ihre jeweilige Entscheidungsfindung.“

Ähnlich sieht das auch Dietmar Böhm, Vorsitzender der Geschäftsführung von GreenCycle: „Durchgängige Prozesse mit möglichst hoher Standardisierung sind ein Schlüssel zum Erfolg. Besonders in der aktuellen Situation, in der uns die Corona-Pandemie in Atem hält, sehen wir, wie wichtig digitale Prozesse und Strukturen sein können. Nur dank dieser Technologien können wir momentan im Homeoffice, in Webkonferenzen aber auch zum Beispiel mit beleglosen Dienstleistungen effizient weiterarbeiten. Daher ist es nachträglich betrachtet besonders erfreulich, dass recyfy auch weitere Branchenteilnehmer begeistern konnte, gemeinsam an neuen Ideen zu arbeiten.“

Aufgrund der durch die Corona-Krise bedingten aktuellen Verknappung des Rohstoffes Altpapier biete recyfy eine unmittelbare Unterstützung bei der optimalen Ressourcenallokation und trage zur Vereinfachung der Handelsabläufe zwischen den Marktteilnehmern bei, heißt es in einer Pressemitteilung, . Bis Ende Juni 2020 biete recyfy die Nutzung der Plattform für Inserate und Transaktionen bis zu 500 Tonnen Altpapier kostenfrei an. „Die Knappheit an Altpapier wird gerade in der Krisenzeit deutlich und bedarf digitaler und intelligenter Werkzeuge. Unternehmen müssen unabhängiger agieren können, wenn es schwierig wird“, so René Drescher, der als neuer Geschäftsführer seit Mitte März das Wachstum der Plattform verantwortet.

Der 2019 gegründete Markeninhaber WR Wertstoffbörse Recycling GmbH & Co. KG, ist ein Joint Venture von WEIG und GreenCycle und hat seinen Sitz in Berlin. WEIG ist ein Recycling- und Packingunternehmen mit Hauptsitz in Mayen /Eifel, Rheinland-Pfalz)  GreenCycle ist ein weltweit tätiges Entsorgungsunternehmen mit Sitz in Neckarsulm (nördliches Baden-Württemberg),  das zur Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland, PreZero) gehört.

KF/rd

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Die Wiedereröffnung der Wertstoffannahmestelle in Neuenwege für Grünabfälle ist nach Mitteilung der Stadt Oldenburg weitestgehend ohne Probleme verlaufen.

Lediglich am Montag habe  es zwischen 9 Uhr und 9.45 Uhr  einen kurzen Rückstau bis an die Holler Landstraße gegeben. An den ersten beiden Tagen nutzten etwa 500 Kunden das Angebot.

„Im Tagesverlauf  war ein erhöhter Anteil an PKWs mit Anhängern  festzustellen. Die Kunden waren überwiegend freundlich und verständnisvoll.  Einige wenige Lieferanten wurden am ersten Tor vom Ordnungsamt abgewiesen, weil sie andere Abfälle als Grünabfälle dabeihatten“ berichtet die Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Oldenburg (AWB).

Die Wiederinbetriebnahme verlief auch deshalb so reibungslos, weil  der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) die Hofabläufe und  die Verkehrsführung entsprechend angepasst hat.

Es gelten folgende Regeln:

  •  Nur Grüngut und Schadstoffe können angeliefert werden.
    •    Bei möglichen Staus bitte Ruhe und Geduld bewahren.
    •    Verlassen des Fahrzeuges nur an der Kasse und an der zugewiesenen Entladestelle.
    •    Ausreichenden Abstand zu anderen Personen einhalten.
    •    Bezahlung möglichst bargeldlos per EC-Karte oder bar mit abgezähltem Geld.
    •    Anweisungen des Personals beachten.
    •    Angenommen werden nur Grüngut-Anlieferungen aus dem Stadtgebiet Oldenburg.

Der AWB bittet unbedingt um Einhaltung dieser Regeln.

Die Wiederinbetriebnahme  gilt nur für die Wertstoffannahmestelle in Neuenwege, die Annahmestelle am Langenweg bleibt vorerst geschlossen.

 StO/rd

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Das Softwareunternehmen Couplink stellt Entsorgern, die im kommunalen Bereich aktiv sind, seine Telematik-Software „couplinkyourfleet Entsorger“ bis zum Jahresende kostenlos zur Verfügung.

Mit dieser  Aktion will Couplink nach Eigenangaben  Schwierigkeiten, die durch Corona-bedingte Personalausfälle oder allgemeinen Fahrermangel auftreten können,  minimieren.

Mithilfe der Telematik-Software können Touren der Müllabfuhr während des Abfahrens per Smartphone oder Tablet digital aufgezeichnet und zentral abgelegt werden, wie das Unternehmen mitteilt. Hinweise, wie „Tonnen stehen unter dem Carport“ oder „rückwärts in die Einfahrt reinfahren“ könne der Fahrer ebenfalls in der Software hinterlegen. So werde es möglich, dass ein ortsunkundiger Aushilfsfahrer in der Tour zurechtfinde.

TD/rd

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