Brancheninfo 13-11/2018

Brancheninfo 13-11/2018

150 150 Klaus Henning Glitza

Energetisches Vorzeigeprojekt / Dritter Brand auf Deponie / Glück im Unglück / Bayerische Abfallwirtschaft verhalten / RMG jagt Tönsmeier Auftrag ab / Positive Branchenentwicklung

 Die hannoversche Nordstadt bekommt ein energetisches Vorzeigeprojekt. Das neue Büro- und Sozialgebäude der aha-Stadtreinigung erzeugt seine eigene Energie. Das Passivhaus an der Gertrud-Knebusch-Straße ist ein Leuchtturmprojekt für Klimaschutz in Hannover. Das Richtfest findet am morgigen Donnerstag statt. Neben Finanz- und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe werden aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz und der Leiter der Stadtreinigung, Mathias Quast, dabei sein.

bem

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Auf der Mülldeponie Pohlsche Heide in Hille (Kreis Minden-Lübbecke ist es zum dritten Mal in diesem Jahr zu einem Brand gekommen. Am vergangenen Sonntag waren 200 Kubikmeter Restmüll (nach anderen Quellen Wertmüll) in Flammen aufgegangen, wie das Westfalen-Blatt berichtet. Die Löscharbeiten beschäftigten 95 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreisgebiet. Zuletzt hatte es Mitte September und im Juli auf der Deponie der Kreisabfallverwertungsgesellschaft gebrannt.

Die Brandursache sei „wieder eine Selbstentzündung“ gewesen, teilte der Pressesprecher der Feuerwehr Hille, Luis Rothe, dem Mindener Tageblatt mit. Die Brandursachenermittlung hatte nach EM-Informationen allerdings nicht wie üblich die Polizei, sondern die Feuerwehr selbst vorgenommen. Die Polizei wurde nicht eingeschaltet, da -so ein Insider- signalisiert wurde, dass kein Hinweis auf eine Straftat vorläge. Bei den zuständigen Ermittlungsbeamten soll dies zu erheblicher Verwunderung geführt haben.

Laut Feuerwehr soll die Feuchtigkeit der zurückliegenden Tage eine organische Reaktion und eine Hitzeentwicklung in den Müllmassen ausgelöst haben. Die Kreisabfallverwertungsgesellschaft wurde über den Landkreis um eine Stellungnahme gebeten, reagierte aber bis Redaktionsschluss nicht.

Die Brandbekämpfung hielt die eingesetzten Feuerwehrleute mehrere Tage in Trab. Zwar konnte das Feuer bis Sonntagmittag unter Kontrolle gebracht werden, doch erwiesen sich -wie immer in solchen Fällen- die Glutnester als problematisch. Das Brandgut musste mit einem Bagger auseinandergezogen und anschließen gelöscht werden. Noch am Dienstag dauerten die Nachlöscharbeiten an.

khg

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Glück im Unglück in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien: An der Kreuzung Althanstraße/Augasse bemerkten nach örtlichen Berichten Mitarbeiter der Wiener Müllabfuhr Rauchschwaden, die aus ihrem Fahrzeug drangen. Sie alarmierten die Feuerwehr, die den Müllwagen zum Mistplatz Heiligenstadt eskortierte. Dort wurde das Fahrzeug gelöscht und ein größerer Brand verhindert.  Die Brandursache ist unbekannt. Verletzt wurde niemand, Sachschaden entstand nicht.

khg

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 Die bayerische kommunale Abfallwirtschaft reagiert nach Angaben der Landesgruppe des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) verhalten auf die abfallwirtschaftlichen Zielsetzungen der neu gebildeten Regierung in München. Die Beschlüsse des Koalitionsvertrags sendeten zwar gute Signale für mehr Ressourcenschutz in der Kreislaufwirtschaft aus, sagte Landesgruppenvorsitzender Heino Jahn. „Wir würden uns jedoch wünschen, dass sich die neue Staatsregierung umfassender mit der Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für den Klima- und Ressourcenschutz auseinandersetzt: Die verheerende Zunahme dieser Abfälle ist ohne Frage ein Problem, aber Abfallwirtschaft ist weit mehr als nur Plastik!“, fügte er hinzu

So setzten die die Koalitionsparteien CSU und Freie Wähler unter anderem auf „verbesserte Verbraucherinformation“ und einen „Pakt mit der Wirtschaft“, um „unnötige Kunststoffabfälle“ zu reduzieren, so Jahn weiter.  Dies sei wichtig, doch könne man essentielle Zukunftsfragen nicht nur Recyclingwirtschaft und Verbrauchern aufbürden. „Wer schon einmal versucht hat, im Supermarkt abfallarm einzukaufen, weiß, dass man dabei sehr schnell an Grenzen stößt! Und nicht nur bei Plastikabfällen gibt es in Sachen Abfallvermeidung und Verwertbarkeit noch Luft nach oben. Elektrogeräte etwa müssen so gestaltet sein, dass sie lange halten und reparaturfähig sind. Die: Hersteller müssten dafür Sorge tragen, dass die Produkte langlebig, reparierbar und recyclingfähig sind.

Die Forderung des bayerischen VKU:  Die Sammlung aller Haushaltsabfälle inklusive der Verpackungen müsse in kommunaler Hand liegen. Nur so könne “privaten Haushalten die Wertstofferfassung aus einer Hand angeboten werden – die notwendige Bedingung, um anspruchsvolle Recyclingziele zu erreichen.“

jh/rd

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Der Auftrag, die gelben Säcke in Bad Oeynhausen zu entsorgen, ist nach europaweiter Ausschreibung zum 1. Januar 2019 an das Unternehmen RMG Rohstoffmanagement GmbH, Eltville am Rhein, gegangen.  Ein herber Schlag für das Unternehmen Tönsmeier in Porta Westfalica, das seit 1991 diese Aufgabe im Auftrage des Dualen Systems Deutschland (DSD) erledigt hatte.

„Wir waren alle enttäuscht und bedauern sehr, dass wir bei der Ausschreibung nicht zum Zug gekommen sind”, erklärte Tönsmeier-Sprecher gegenüber der Neuen Westfälischen. Das Angebot sei mit dem klaren Ziel, den Auftrag zu behalten, „ambitioniert gerechnet gewesen“. Bei der nächsten Ausschreibung werde das Unternehmen besser vorbereitet sein, um den Auftrag zurückzugewinnen, so Ziegler.

nw/bem

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Eine ausgezeichnete gesamtkonjunkturelle Entwicklung und deutlich gesteigerte Sekundärrohstoffströme prägen laut Jahresumfrage des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung das Geschäftsklima in der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche. Das Wachstum dieses Wirtschaftszweiges konnte in 2017 auf den Spitzenwert von rund sechs Prozent gesteigert werden, teilte der Verband mit.  2016 hatte die Wachstumsrate noch bei drei Prozent gelegen. Nur dank dieser positiven Entwicklung konnten tiefgreifende Veränderungen des Marktumfeldes, wie zum Beispiel der faktische Wegfall des Exportmarktes China, aufgefangen werden, so der bvse.

Die Erfassungsmengen konnten 2017 gegenüber dem Vorjahr über fast alle Sekundärrohstoffströme hinweg gesteigert werden.  Für das laufende Jahr, so Eric Rehbock, zeichne sich zwar eine durchaus stabile Entwicklung der Erfassungsmengen ab. Allerdings gäbe es schon erste Anzeichen für eine beginnende Eintrübung der Konjunktur, so dass für das kommende Jahr mit Korrekturen gerechnet werden müsse.

Nur dank dieser positiven Entwicklung konnten tiefgreifende Veränderungen des Marktumfeldes, wie zum Beispiel der faktische Wegfall des Exportmarktes China, aufgefangen werden.

Die Gesamtsituation hat sich nach 2016 auch 2017 noch einmal leicht verbessert. So wird das abgelaufene Geschäftsjahr von den Unternehmen mit der Note 2,3 (gegenüber 2,5 in 2016) bewertet und auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen zuversichtlich.

Die Erfassungsmengen konnten dementsprechend 2017 gegenüber dem Vorjahr über fast alle Sekundärrohstoffströme hinweg gesteigert werden. Für das laufende Jahr, so Eric Rehbock, zeichnet sich zwar eine durchaus stabile Entwicklung der Erfassungsmengen ab. Allerdings gibt es schon erste Anzeichen für eine beginnende Eintrübung der Konjunktur, so dass für das kommende Jahr mit Korrekturen gerechnet werden muss.

Das Wachstum der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche hat sich auch auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt.  Nach bvse-Angaben wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich drei Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen als 2016. Auch für das laufende Jahr wird damit gerechnet. dass der Arbeitsplatzaufbau auf gleichem Niveau anhält.

Die im Vergleich zu 2016 positivere Geschäftsentwicklung hätten die Unternehmen zudem nutzen können, ihre Eigenkapitalquote von 21 Prozent in 2016 auf 22 Prozent in 2017 zu verbessern, stellte der bvse fest. Die Investitionsquote konnte 2017 mit 8,5 Prozent gegenüber 2016 (6 Prozent) deutlich gesteigert werden. Für das laufende Jahr wird mit einem ähnlichen Wert gerechnet.

„Die Umfrage zeigt, dass die Investitionsquote das Tal der Tränen verlassen hat, doch das ist für die mittelständischen Unternehmen kein Grund sich zufrieden zurückzulehnen. Der Markt ist hart umkämpft, die Branche hat nach wie vor einen hohen Investitionsbedarf und kämpft gleichzeitig mit einem enormen Margendruck“, bilanziert bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

jh./rd

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