Brancheninfo 08-05/2019

Brancheninfo 08-05/2019

Brancheninfo 08-05/2019 150 150 Klaus Henning Glitza

Tipps für Biotonnen / Preise für Sauberkeit / Führung /  Bundeskongress in Berlin

 

So sieht sortenreiner Bioabfallaus- ein wertvoller Grundstoff für ökologisch einwandfreien Kompost. Foto; Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig

Was gehört in die Biotonne? Diese Frage hat der Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig aufgeworfen. Und das aus einem mehr als triftigen Grund:  Obwohl es für etliche Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich ist, dass Obst- und Gemüsereste, Kaffeefilter und Teebeutel sowie verwelkte Blumen und Strauchschnitt in die Biotonne gehören, landen nach wie vor zu viele organische Küchen- und Nahrungsabfälle im Restabfall.

„Das ist eine Vergeudung von Wertstoffen, aus denen hochwertiger Kompost hergestellt werden kann“, betont Susanne Zohl, Pressesprecherin der Stadtreinigung Leipzig.

Die Expertin gibt Tipps: „Neben Küchenabfällen wie Eier- und Nussschalen, verschimmelte Backwaren, verdorbenes Obst und Gemüse dürfen Gartenabfälle wie Baum-, Strauch- und Grasschnitt sowie Blumen und Zimmerpflanzen ohne Topf in die Biotonne. Auch Küchenpapier und Papiertaschentücher sowie Säge- und Hobelspäne aus unbehandeltem Holz sind Bioabfälle. Während Kleintierstreu von vegetarischen Tieren, zum Beispiel von Hamstern und Meerschweinchen, in der Biotonne entsorgt wird, da dieses kompostierbar ist, gehört Kleintierstreu von fleischfressenden Tieren nicht hinein, sondern in die Restabfalltonne. Fremdstoffe in der Biotonne vermindern die Qualität des Bioabfalls.

Und das ist Bioabfall, der mit Fremdstoffen durchsetzt ist. Die sichtbaren Plastikanteile machen die Biomasse zu wertlosem Müll. Denn Plastik kann nicht kompostiiert werden. Das gilt auch für so genanntes Bioplastik- eine Mogelpackung schlimmster Art, Foto: Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig

Weder herkömmliche noch biologisch abbaubare Kunststofftüten dürfen in die Biotonne, denn sie eignen sich nicht für die Kompostierung. Plastik kann nicht vollständig aus dem Bioabfall aussortiert werden und kann in Kleinstpartikeln über den Kompost wieder in die Nahrungskette gelangen. Wer seinen Bioabfall in der Küche in einer Kunststofftüte sammelt, kippt bitte den Bioabfall aus der Plastiktüte in die Biotonne und wirft die Plastiktüte anschließend in die Gelbe Tonne. Der Bioabfall kann auch in Papiertüten oder eingewickelt in Zeitungspapier gesammelt werden. Beides ist für den Kompost gut verdaulich.

Doch nicht nur Plastik findet sich nach Angaben von Susanne Zohl zwischen den organischen Abfällen. Selbst Glas, Windeln, Staubsaugerbeutel und Hygieneartikel seien keine Seltenheit in der Biotonne. Entdeckten die Mitarbeiter der Stadtreinigung Leipzig bei Stichproben solche „Fehlwürfe“, würden die Biotonnen nicht geleert. „Dann muss entweder der nicht verwertbare Inhalt entfernt, oder eine kostenpflichtige Sonderleerung als Restabfallbehälter beantragt werden. Um den Geldbeutel und die Umwelt zu schonen, sollte daher jeder auf eine korrekte Bioabfallsammlung achten“, sie die Presssprecherin.

Wer sich unsicher ist, was in die Biotonne darf, kann sich bei der Stadtreinigung Leipzig erkundigen. Sowohl auf der Website unter www.Stadtreinigung-Leipzig.de als auch bei der Fachberatung unter 0341 6571-111 erhalten Interessierte Antworten.

rd/nic

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Sauberkeit lohnt sich. Denn ein schönes müllfreies Stadtbild erhöht die Lebensqualität und die Identifikation mit der Heimatregion. Zum anderen können -wie beim 13. Frühjahrsputz der Abfallwirtschaft Region Hannover (aha)-  Geldpreise winken.

Am vergangenen Montag überreichten der Schirmherr der Aktion unter dem Motto „Hannover ist putzmunter“ Dr. Axel von der Ohe, Finanz- und Ordnungsdezernent der Stadt Hannover, und der Leiter der Stadtreinigung, Mathias Quast, im Panorama am Zoo die Preise aus der Verlosung. Gemeinsam mit ihrer Familie nahm die vierjährige Anna aus Ricklingen den ersten Preis von 300 Euro entgegen. Für die Schulen freuten sich Schülerinnen und Schüler aus dem neunten Jahrgang der Wilhelm-Raabe-Schule über die gleiche Summe. Die beiden Führungen durchs Panorama am Zoo gingen an die Wilhelm-Schade-Schule und die Grundschule Ahlem.

Es gab Geldpreise in Höhe von 300, 200 und 100 Euro für die Sammlerinnen und Sammler, sowie die gleichen Summen für Schulklassen. Das Panorama am Zoo stiftete zusätzlich einen vierten und fünften Preis für Schulklassen. Diese werden im Rahmen einer spannenden Führung zu einer Reise durch den Regenwald Amazoniens eingeladen.

Der Frühjahrsputz 2019 war ein voller Erfolg, Rund 13.000 Menschen nahmen an der Aktion am 30.März teil und brachten geschätzte 10.000 Säcke zu den aha-Wertstoffhöfen. Zahlreiche Vereine, Initiativen, Firmen und Familien sorgten tatkräftig für ein sauberes Stadtbild. Die Schulklassen mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern räumten wie jedes Jahr bereits in der Woche vor putzmunter rund um ihre Schulen auf. Insbesondere im Roderbruch wurde fleißig wilder Müll gesammelt, denn das Stadtviertel war in diesem Jahr nach Linden und Mühlenberg der dritte Aktionsstadtteil von putzmunter.

HH/bem/rd

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Eine zweistündige Führung durch das Humus- und Erdenwerk bei Ilbenstadt bietet der Abfallwirtschaftsbetrieb des Wetteraukreises  am 17. Mai um 17 Uhr.

In der gut drei Hektar großen Anlage werden mehr als 35 000 Tonnen Abfälle aus der Biotonne und Grünabfälle werden dort zu Strom und Kompost verarbeitet. in der gut drei Hektar großen Anlage. Eine Anmeldung ist erforderlich.

nic

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Abfallwirtschaft im Aufbruch – Trends von morgen mitgestalten“- das ist das Leitthema des Bundeskongresses der kommunalen Abfallwirtschaft und Stadtreinigung 2019. Der Verband kommunaler Unternehme lädt zum 21. und 22. Mai zu dieser wichtigen Veranstaltung der Branche ein.

Im Fokus des Kongresses im Leonardo Royal Hotel, Berlin, stehen unter anderem die Herausforderungen der kommunalen Abfallwirtschaft, immer mehr Wertstoffe für ein hochwertiges Recycling zur Verfügung zu stellen. Außerdem werden Gesetzesänderungen und neue Marktakteure betrachtet, die erhebliche Auswirkungen auf die betriebliche Praxis haben. Darüber hinaus wird dargestellt,  welche Veränderungen das neue Verpackungsgesetz mit sich bringt, welche Lösungsansätze es bei der Klärschlammentsorgung gibt, wie mit zunehmendem Plastikmüll sowie Littering umgegangen wird und wie neue Technologien rund um Sensorik und Apps die Branche verändern können.

Teilnehmer sind vor allem Geschäftsführer, Vorstände und Fach- und Führungskräfte aus der kommunalen Abfallwirtschaft und der Stadtreinigung.

Als Referenten sind neben Experten aus Politik und Wissenschaft, Branchenkollegen gewonnen worden. Themen sind unter anderem:

Quo vadis Klärschlammentsorung?

– Aktueller Stand und Lösungsmöglichkeiten,

Das neue Verpackungsgesetz

– Discounter machen in Müllabfuhr – Wohin wandelt sich die Branche?

Digitalisierung & Innovation

– Neue Technologien von Apps bis Sensorik.

Kunststoff & Littering

– Vom globalen Problem zur nationalen Umsetzung.

MA/rd

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