Brancheninfo 01-01/2019

Brancheninfo 01-01/2019

150 150 Klaus Henning Glitza

Veolia Ost umgezogen / Maßnahmen im PreZero-Stadion / Rutschpartie verlief glimpflich / Assistenzsysteme in Köln und Hilden / „Machtverschiebungen“

Die Veolia Umweltservice Ost GmbH und Co. KG hat zum 1. Januar 2019 ihren Betrieb in Walkenried (Landkreis Göttingen, Niedersachsen) geschlossen.

 Der bisher dort angesiedelte angesiedelten Fuhrpark mit 22 Müllfahrzeugen wurde nach Osterrode am Harz (ebenfalls Landkreis Göttingen) verlagert. Ebenso sind die rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Disposition, Verwaltung und Fuhrpark an den neuen Standort umgezogen. Als Grund für die Verlagerung wird der gewonnene kommunale Sammelauftrag (Restmüll, Sperrmüll, Grünabfall, Papier und künftige Biotonne) im Landkreis Göttingen/Altkreis Osterode angegeben. Eine Bedienung von Walkenried aus wäre weniger wirtschaftlich gewesen. Dank der zentraleren Lage innerhalb des Landkreises könnten die Routen optimiert werden, teilt Veolia mit. Die kürzeren Wege kämen nicht nur den Bürgern zugute, sondern aufgrund des geringerem Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes auch der Umwelt.

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Nicht nur der Name der Bundesliga-Spielstätte der TSG Hoffenheim soll sich ändern -es heißt seit kurzem PreZero-Stadion- sondern auch das ökologische Konzept.

 „Wir wollen im Stadion einen Ort der Ressourceneffizienz schaffen“, wird Dietmar Böhm, Geschäftsführer von PreZero, im Handelsblatt zitiert. Erste Maßnahmen: Der komplette Rasenschnitt, immerhin zwei Tonnen pro Monat, soll zu Papier verarbeitet werden. Inzwischen sind auch die bisher üblichen Styroporbehälter für den Coffee to go durch Becher ersetzt worden, deren Materialien sich besser recyceln lassen.

PreZero ist- wie berichtet- der neue Name des Traditionsunternehmens Tönsmeier, das im vergangenen von der Schwarz-Gruppe, Deutschlands größtem Handelskonzern mit den Verkaufsschienen Lidl und Kaufland, übernommen wurde. Bis 2021 soll unter dem Namen PreZero Dual ein weiteres Duales System geschaffen werden. Das bisherige Lizenzvolumen von Kaufland und Lidl, nach Schätzungen des böse-Bundesverbandes Sekundärrohstoffe und Entsorgung über 100 Millionen Euro, würde dann in Eigenregie abgewickelt werden. Bislang liegt diese Aufgabe des Dualen Systems Interseroh.

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Glimpflich verlief eine Rutschpartie in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz).

Ein abgestelltes Müllfahrzeug geriet auf einer verschneiten und abschüssigen Straße ins Rutschen und prallte gegen eine Begrenzungsmauer. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf 1.000 Euro. Nachdem Mitarbeiter des örtlichen Bauhofs den Unfallbereich gestreut hatten, konnte der Müllwagen aus eigener Kraft wieder anfahren.

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Als Konsequenz aus einem tödlichen Unfall im Mai 2018 – ein Müllwagenfahrer hatte einen Siebenjährigen beim Rechtsabbiegen übersehen- werden die Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe bis Ende dieses Jahres die knapp 200 Müllfahrzeuge mit Assistenzsystemen nachrüsten.

Auch im kleineren Hilden (Kreis Mettmann, NRW) steht diese aktive Maßnahme im Dienste der Sicherheit an. Der städtische Bauhof Hilden wird zehn Müllfahrzeuge mit Assistenzsystemen versehen. Der Rat der Stadt hat dafür jüngst rund 150.000 Euro bewilligt.

Wie RP online berichtet, handelt es um ein Kamera-Monitor-Sensor-System, das nach Aussagen des Hildener Bauhofleiters Ulrich Hanke den Fahrzeugrückraum im 180-Grad-Winkel mit Signalausgabe bis zu vier Meter über Fahrzeugbreite überwacht. Aktiviert werde das 2-D-System t mit Einlegen des Rückwärtsganges.“. Auf einem Monitor sehe der Fahrer Gefahren hinter dem Lkw farblich dargestellt. „Taucht hinter dem rückwärts fahrenden Müllfahrzeug plötzlich ein Kind oder ein Radfahrer auf, stoppt der Wagen automatisch. Das System kann zwischen statischen und dynamischen Objekten unterscheiden. Positiver Nebeneffekt ist deshalb auch die Vermeidung von Schäden am Fahrzeug“, wird in RP online der Bauhofleiter zitiert.

Auch die Beifahrerseite werde – zusätzlich zu den Seitenspiegeln – von einer Kamera aufgenommen, um so den toten Winkel zu überwachen, erläutert laut RP online  Fuhrparkleiter Daniele Rizzuti: „Setzt der Fahrer den rechten Blinker, schaltet sich automatisch die Kamera ein und der Fahrer sieht das Bild auf einem Monitor.“

RP/rd

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Die Auswirkungen von Machtverschiebungen, Gerangel um Vertragsbeziehungen und Zukunftsaussichten der Branche sind Top-Themen auf dem diesjährigen Altpapiertag am 21. März in Düsseldorf, teilt der veranstaltende bvse- Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung mit.

Nach bvse- Angaben bringen das seit Januar geltende neue Verpackungsgesetz, der Einstieg des Handels in das Geschäftsfeld der Entsorgung und der dualen Systeme sowie weiter fortschreitende Konzentrationsprozesse die bisherige Ordnung im Altpapiergeschäft und auf dem Verwertungsmarkt gehörig in Bewegung. Nicht nur für viele kleine und mittelständische Branchenunternehmen seien das brennende existenzielle Themen.

Beim bvse-Altpapiertag wird Rechtsanwalt Walter Hartwig (Gruneberg Rechtsanwälte Köln) die Auswirkungen des neuen Verpackungsgesetzes auf die Vertragsbeziehungen der Kommunen zu Sammlern und Verwertern aus juristischer Sicht darlegen. Des Weiteren wird der Geschäftsführer der GOA-Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung mbH, Schwäbisch Gmünd, und Mitglied des geschäftsführenden bvse-Präsidiums, Henry Forster, den Teilnehmern einen Einblick in die Folgen geben, die dem Verwertungsmarkt aufgrund des Verpackungsgesetzes und der Neuordnung der Entsorgungsbranche drohen könnten.

Wie der bvse mitteilt, sind sowohl private Unternehmen der Branche als auch öffentlich-rechtliche Vertreter herzlich eingeladen, über Herausforderungen und Lösungsansätze zu diskutierten und sich auszutauschen.

JL/rd

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