Aus dem Handel 01-02/2020

Aus dem Handel 01-02/2020

150 150 Klaus Henning Glitza

Handelskette Kaufland will bis Ende 2021 in einigen Produktreihen auf Mikroplastik verzichten

Die Handelskette Kaufland hat den kompletten Verzicht auf Mikroplastik in den Rezepturen von Kosmetik- und Körperpflegeprodukten sowie Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln der Eigenmarken bis Ende 2021 angekündigt.

Wie in einer Pressemitteilung hervorgehoben wird,  bietet der Lebensmitteleinzelhändler in diesen Bereichen bereits mehr als 160 Produkte ohne Mikroplastik an. Einzelne Produktreihen, wie die Bevola Baby-Körperpflegeprodukte, seien schon heute zu 100 Prozent Mikroplastik-frei. „Die jeweiligen Produkte kennzeichnen wir nun außerdem mit einem „Ohne Mikroplastik“ – Siegel. Damit möchten wir mehr Transparenz schaffen und unseren Kunden eine bewusste Kaufentscheidung erleichtern“, so Oliver Unruh, Geschäftsführer Marken International bei Kaufland. Die ersten Produkte mit dem Siegel würden bereits Ende Februar in den Regalen von Kaufland erhältlich sein. Das Unternehmen leiste damit einen Beitrag zu REset Plastic – der Plastikstrategie der Muttergesellschaft Schwarz-Gruppe

Auf der Suche  nach geeigneten umweltfreundlichen Ersatzmöglichkeiten für Mikroplastikpartikel in bestehenden Rezepturen wird Kaufland in Zukunft vom Fraunhofer-Institut UMSICHT wissenschaftlich und experimentell begleitet. „Wir freuen uns sehr über diese Kooperation, die noch druckfrisch ist“, sagt Manager Unruh. Nach seinen Worten hat das Unternehmen mit dem Institut hat das Unternehmen einen fundierten wissenschaftlichen Partner zur Seite. Das Fraunhofer-Institut UMSICHT stelle den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in Unternehmen, Gesellschaft und Politik her und  fördere so eine nachhaltige Energie- und Rohstoffwirtschaft.

Unter Mikroplastik versteht Kaufland nach Eigenangaben wasserunlösliche, visuell erkennbare Kunststoffteilchen kleiner als fünf Millimeter mit Abriebeffekt, die. in Produkten wie Peelings oder Shampoo unter anderem für bessere Kämmbarkeit oder einen vermehrten Reinigungseffekt sorgen sollen. Weil die kleinteiligen  Kunststoffpartikel über das Abwasser in die Umwelt gelangen und so zum Problem werden, habe Kaufland bereits 2013 begonnen, die Eigenmarken-Produkte aus den Bereichen Kosmetik, Körperpflege sowie Wasch- und Haushaltsreinigungsmittel umzustellen. „Jetzt wollen wir noch einen Schritt weitergehen und erweitern unsere Definition: wir verzichten auf weitere nicht biologisch abbaubare, synthetische Polymere, die fest und unlöslich oder fest und löslich oder flüssig sind“, so Oliver Unruh.

Kaufland ist Teil der Schwarz Gruppe, die zu den weltweit größten Handelskonzernen zählt. Zu dieser Unternehmensgruppe gehören auch der Discounter Lidl sowie das Entsorgungsunternehmen PreZero und das gleichnamige Duale System. Als international tätiges Einzelhandelsunternehmen betreibt Kaufland rund 1.300 Filialen mit etwa 132.000 Mitarbeitern in Deutschland, Polen, Tschechien, Rumänien, der Slowakei, Bulgarien, Kroatien und der Republik Moldau. Allein in Deutschland gibt es gut 670 Filialen, in denen rund 74.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

 

 

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