Brancheninfo aktuell 4-10/2018

Brancheninfo aktuell 4-10/2018

Brancheninfo aktuell 4-10/2018 150 150 Klaus Henning Glitza

ALDI schreibt aus / Tonnenreiniger auf vier Rädern / Interseroh und EREMA „zünden die nächste Stufe“ / Verzögerung / Komposttage

 

 

ALDI bemüht sich um ein grünes Image. Das zeigte sich bei der Abschaffung der Plastiktüten und der aktuellen Strategie zur Vermeidung von Verpackungsabfällen. Einen weiteren Beitrag, die Anschaffung eines vollelektrisch betriebenen 40-Tonners mit Kühlauflieger bei ALDI Süd, dokumentiert unser Bild. Foto: obs/Unternehmensgruppe ALDI SÜD/ALDI SÜD

ALDI hat nach EM-Informationen die konzernweite Entsorgung der bei den Verbrauchern anfallenden Verkaufsverpackungen nunmehr konzernweit ausgeschrieben. Ein verspäteter Vorgang, sonst war die Ausschreibung meist in den Sommermonaten erfolgt.

 Branchenkenner werten den gewählten Zeitpunkt so, dass ALDI Nord und Süd erst einmal abwarten wollten, welchen Verlauf die Verkaufsverhandlungen in Sachen Duales System Deutschland nehmen. Dass REMONDIS schon seit geraumer Zeit der einige ernsthafter Bieter war, ist den ALDI-Chefetagen durchaus bewusst gewesen. Theoretisch wäre es aber möglich gewesen, dass die früheren Mehrheitsgesellschafter H.I.G Capital und Bluebay die Verhandlungen wegen Nichteinigung über den Kaufpreis und die Konditionen abblasen. Der Verkauf wäre dann aber zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen gekommen, da es das Geschäftsprinzip der beiden Investmentfonds ist, erworbene Unternehmen nach einer gewissen Standzeit mit Gewinn zu veräußern. An wen das Unternehmen im zweiten Anlauf verkauft worden wäre, wäre somit ein „Faktor X“ gewesen.

Als falsch hat sich inzwischen das Gerücht erwiesen, ALDI selbst habe -zumindest mit einem 20-prozentigen Anteil- Interesse am Dualen System Deutschland gehabt. Dies sei eine „Ente“, die von interessierter Seite gestreut wurde, heißt es aus Branchenkreisen.  Ebenso gibt es nach zuverlässigen Informationen derzeit keine akuten Planungen für ein eigenes duales System nach Lidl/Kaufland-Vorbild.

khg

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Es ähnelt einem Müllfahrzeug, aber mit einem gravierenden Unterschied: Es leert die Biotonnen nicht, es macht sie sauber. Eine solche rollende Reinigungsanlage soll ab Sommer 2019 in Warstein eingesetzt werden

Das Entsorgungsunternehmen Lobbe, Standort Arnsberg, wird auf Bitten der Stadt Warstein diese besondere Dienstleistung anbieten. Die Idee dazu hatte der Ratsherr Bernd Liß von der Bürger-Gemeinschaft Warstein.

Ein kompletter Spülgang im kurz MGB genannten Fahrzeug wird 18 Euro kosten. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen dem Unternehmen und dem Kunden.

Die mobile „Waschmaschine für Biotonnen“ funktioniert im Prinzip wie eine Autowaschanlage. Die Biotonne werde von einer Hebevorrichtung in einen geschlossenen Waschraum befördert, erläutert Lobbe-Pressesprecherin Sabine Günther auf EM-Anfrage.  Wie der Soester Anzeiger ergänzend berichtet, reinigt ein „hydraulisch angetriebener Waschkopf mit Düsen“ per Wasserkraft den Innenraum des Biobehälters, „die Reinigung an der Außenseite erfolgt zeitgleich mit fahrbaren Düsen“.  Pressesprecherin Sabine Günther hebt hervor, dass zum Spülen lediglich Wasser ohne chemische Reinigungsmittel verwendet werde. Der Reinigungsvorgang dauere gerade einmal zwei Minuten.

Laut Soester Anzeiger zeigte sich der Warsteiner Stadtkämmerer Stefan Redder erfreut darüber, „dass die Firma sich unkompliziert bereit erklärt hat, ab dem kommenden Sommer die Biobehälter auf Wunsch der Bürgerinnen und Bürger zu reinigen.“ Er sei gespannt auf die Nachfrage aus der Bürgerschaft.“

Im Stadtgebiet Warstein sind rund 8 700 Gefäße für Biomüll registriert.

Auch andere Entsorgungsunternehmen haben inzwischen vereinzelt mobile Reinigungsanlagen im Einsatz. Nach EM-Informationen sind die Erfahrungen überwiegend gut. In ungereinigten Biotonnen können Keime und Schimmelpilze unkontrolliert wuchern, was zu Gesundheitsgefahren und unangenehmen Gerüchen führen kann. Die Reinigung selbst durchzuführen, ist kompliziert und wenig appetitlich.

khg

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Am 17. Oktober 2018 zünden der Umweltdienstleister Interseroh und der Technologiehersteller EREMA die nächste Stufe im Kunststoffrecycling“, wird in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Unternehmen angekündigt. Auf der internationalen Fachmesse für Kunststoffverarbeitung Fakuma in Friedrichshafen wollen die Unternehmen gemeinsam das Kaskaden-Extrusionssystem COREMA® vorstellen. Damit sei es nach Eigengaben erstmals möglich, maßgeschneiderte Recycling-Compounds für hochwertige Anwendungen in nur einem Verfahrensschritt herzustellen. In dem „One-Extrusion-Process“ könnten „je nach Bedarf Additive, Modifikatoren und anorganische Füllstoffe in verschiedenen Formen im Bereich von 0,25 bis 40 Prozent beigemischt werden – vergleichbar mit der Compoundierung von Neuware“.

Laut Pressemitteilung setzt Interseroh die neue Technologie seit neuestem im Rahmen des eigens entwickelten und mehrfach ausgezeichneten Produktionsverfahrens Recycled-Resource ein. Neben weiteren technischen Verbesserungen bringt das innovative Kaskaden-Extrusionssystem auch Vorteile für die Umwelt. So können bei der Herstellung des Recyclingkunststoffs Procyclen im Vergleich zur Verwendung von Neugranulat aus Rohöl bis zu 50 Prozent der Treibhausgas-Emissionen eingespart werden.

Die österreichische EREMA (Umsatz 2016 132 Millionen Euro, 480 Mitarbeiter) ist nach eigenen Angaben Weltmarkt- und Technologieführer bei Kunststoffrecyclinganlagen. -Das deutsche Unternehmen Interseroh ist neben ALBA eine der Marken unter dem Dach der in Deutschland und Europa sowie in Asien aktiven ALBA Group (Umsatz 2017 rund 1,8 Millionen gut 7.500 Mitarbeiter).

rd/bem

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Aufgrund von überraschenden erkrankungsbedingten Personalausfällen (…) konnten am Montag vier Kolonnen nicht ausrücken“, teilt die Abfallwirtschaft Mannheim mit. Dadurch sei es zu ungeplanten Verzögerungen bei der Müllabfuhr gekommen.  Im Laufe der Woche müsste mit weiteren Verschiebungen, auch beim Sperrmüll, gerechnet werden.

In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Die Abfallwirtschaft Mannheim bittet die betroffenen Bürgerinnen und Bürger um Verständnis. Es wird intensiv daran gearbeitet, durch Umorganisation in den nächsten Tagen die durch Erkrankungen entstehenden Lücken möglichst klein zu halten und die stehengebliebenen Tonnen zeitnah zu leeren.“

rd/khg

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Werbeplakat für die Komposttage in den Bereichen Eckernförde und Rendsburg. Foto: AWR

Zu Komposttagen lädt die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) am Sonnabend, 13. Oktober, jeweils von 10 bis 13 Uhr, ein. Bei diesen Veranstaltungen können sich Interessierte über die Vorteile des Bodenverbesserers und die Produkte der AWR informieren- und zudem gleich zwei Gratistüten Premiumkompost mit RAL-Gütesiegel mitnehmen.

„Wer im Frühjahr seinen Nutz- und Zierpflanzen optimale Wachstumsbedingungen bieten will, muss sich im Herbst um den Boden kümmern“, heißt es in einer AWR-Pressemitteilung. Kompost förderte als nährstoffreicher Bodenverbesserer und Wasserspeicher nicht nur die Kraft der Pflanzen, sondern auch das vielfältige Leben im Boden.  Gerade bei der monatelangen Trockenheit im Sommer wären die positiven Wirkungen von Kompost besonders deutlich geworden. „Humusreiche Böden helfen sich selbst. Das organische Material im Boden kann bis zum Fünffachen seines Eigengewichts an Wasser speichern und so einerseits die Verschlämmung und die Erosion der Bodenpartikel verhindern, andererseits aber auch die Pflanzen während längerer Trockenzeiten noch ausreichend versorgen“.

Veranstaltungsorte sind der Dorfplatz in Fockbeck und der ehemalige Bauhof Staack in Owschlag, Feldstraße 12. Die Komposttage finden im Rahmen der Staudenbörsen der Siedlergemeinschaften Fockbeck und Owschlag statt.

rd/khg

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