3.500 Einsätze- die Jahresbilanz 2020 der Mülldetektive von Mönchengladbach

3.500 Einsätze- die Jahresbilanz 2020 der Mülldetektive von Mönchengladbach

150 150 Klaus Henning Glitza

Erfolge gegen Müllsünder: 850 Verfahren – 180 rote Karten

 

 

Die Aktiven des Littering-Aktionstag vom 8. Oktober 2020. Mehrere Teams waren von 7 bis 19 Uhr an den Mönchengladbacher Hotspots wie den Innenstädten oder den Schulzentren von Wickrath und Giesenkirchen unterwegs. Foto. mags

Rund 3.500 Einsätze, 180 rote Karten und 850 Verwarn- und Bußgeldverfahren. Das ist die beeindruckende Jahresbilanz 2020 der  zwölf Mülldetektive der Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetrieb AöR (mags).

Aufgabenschwerpunkte waren im vergangenen Jahr: Observieren von Containerstandorten, Ermitteln von Verursachern wilden Mülls und Ermahnen von Passanten, die achtlos Zigarettenkippen und ähnliches auf die Straßen, Bürgersteige und Plätze der Stadt werfen.

Die mags-Mülldetektive observieren regelmäßig Containerstandorte im Mönchengladbacher Stadtgebiet, um illegale Einwürfe und Beistellungen zu ahnden oder aufzuklären. Im Vergleich zu den Vorjahren ist das auch 2020 nicht weniger geworden. Offenbar hatte sich die Corona-Pandemie auf das unerlaubte Ablegen von Müll an den Standorten ausgewirkt , weil in vielen Haushalte die Zeit für Renovierungsarbeiten genutzt wurde. So konnten vor allem im Frühjahr zahlreiche Verursacher an den Containerstandorten beobachtet werden.

Ein besonders dreister Vorfall ereignete sich aber im Dezember: Die Mülldetektive beobachteten, wie zwei Männer aus einem Betriebsfahrzeug eines Hausmeisterservices insgesamt sieben Müllsäcke mit Hausmüll, Verpackungen und Bauschutt in die Papiercontainer umluden.

Nicht weniger dreist gingen Personen vor, die im März einen wilden Müllberg von insgesamt sechs Kubikmetern in der Rheydter Innenstadt meldeten. Der Unrat bestand aus Abfallsäcken mit Textilien und Kartons. Aber auch zwei Couchgarnituren, ein Gefrierschrank und sonstiger Sperrmüll waren dabei. Die Verursacher konnten ermittelt werden und müssen nun ein hohes Bußgeld zahlen.

Dieser Fall steht exemplarisch für viele Sperrmüll-Einsätze der Mülldetektive im vergangenen Jahr. 2020 wurden verstärkt Abfälle, meist in Müllsäcken, an entlegenen Stellen wie auf Feld- und Waldwegen illegal abgelegt. Die Ermittlung nach Verursachern gestaltete sich in diesen Fällen recht schwierig, weil in der Regel nicht mit Augenzeugen zu rechnen war.

Dennoch erzielten die Mülldetektive einige Ermittlungserfolge. So wurden im Herbst ermittelt, dass fünf Müllstellen in der Natur auf eine einzige Verursacherin zurückgehen.  Auch die illegale Entsorgung  von  vier Kühlgeräten am Waldrand „In der Bungt“ konnte im Juli aufgeklärt werden.

Einer der spektakulärsten Fälle, aber bisher ungeklärten Fälle  war die Ablagerung von Altreifen. Den größten Fund Altreifen in den letzten Jahren gab es gleich zum Auftakt des Jahres 2020 im Januar. Unbekannte hatten an der Hundewiese Spielkaulenweg 357 Autoreifen wild entsorgt. Zahlreiche Bürger meldeten den Fund. Wenige Wochen später blockierten 138 Autoreifen einen Feldweg in Höhe des Rückhaltebeckens Wyenhütte. Anfang November rückten die Mülldetektive beinahe täglich aus, weil es zu weiteren Meldungen zu Altreifenablagerungen in Autobahnnähe kam, darunter Funde von bis zu 50 Altreifen.

Einer der dreistesten Fälle: Unbekannte hatten an der Hundewiese Spielkaulenweg 357 Autoreifen wild entsorgt. Foto: mags

Die Einsätze, bei denen die Mülldetektive „rote Karten“ an Passanten verteilt haben, bildete 2020 einen weiteren Schwerpunkt, auch wenn es Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie gab. Zwar mussten insgesamt 180 Rote Karten ausgegeben werden, die meisten Passanten verhielten sich jedoch richtig und entsorgten ihre Verpackungen oder Zigarettenkippen in den öffentlichen Müllgefäßen. Auch diejenigen, die wegen ihres Fehlverhaltens Strafen erhielten, zeigten sich überwiegend einsichtig.

Eine besondere Aktion war der Littering-Aktionstag am 8. Oktober 2020. Insgesamt 24 Verstöße ahndeten die Mülldetektive an nur einem Tag. Sie waren mit mehreren Teams von 7 bis 19 Uhr an den Mönchengladbacher Hotspots wie den Innenstädten oder den Schulzentren von Wickrath und Giesenkirchen unterwegs. Ein Teil der Mülldetektive war deutlich an entsprechenden Warnjacken zu erkennen. Der andere Teil war zivil gekleidet. Auch die Kollegen des Tochterunternehmens GEM beteiligten sich an der Aktion. Allein mit den Stadtstaubsaugern sammelten die GEM-Mitarbeiter in den Innenstädten von Rheydt und Mönchengladbach etwa drei Kubikmeter Littering-Müll ein. Darunter waren Kaffeebecher, Dosen, Kippen, Zigarettenschachteln, Trinkpäckchen sowie Fast-Food-Verpackungen.

Das Modell der Mülldetektive hat Vorbildcharakter über die Grenzen Mönchengladbachs hinaus. Nach einigen anderen Kommunen hat auch die Landeshauptstadt nachgezogen und das Erfolgsmodell für Düsseldorf übernommen.

YvT/rd

Hinterlasse eine Antwort